Liebe Andrea,

ich würde ja gern wissen wann Du diesen Brief liest. Sind die Kinder groß und aus dem Haus? Bist Du noch verheiratet? Vielleicht sogar mit dem gleichen Mann wie jetzt? Ich hoffe es sehr. Denn ehrlich, wir hätten es schlimmer treffen können. Aber ich schweife schon am Anfang meines Briefes ab.
Was ich eigentlich fragen will ist: Hast Du es geschrieben?
Wenn Du dich jetzt fragst, was zur Hölle ich meine hast Du im Laufe der Jahre etwas sehr wertvolles verloren.
Vielleicht lehnst Du dich auch lächelnd auf de, Sofa oder am Schreibtisch zurück und siehst zum Bücherregal, wo ES steht. Dein Buch!
Das Buch, das jetzt bereits seit Jahren in meinem Kopf herumtanzt. Immer wieder. Manchmal ist es im Hintergrund und ganz leise. Manchmal ist es direkt hinter meiner Stirn und will raus. So sehr, dass ich es kaum erwarten kann mich an den Rechner zu setzen und es heraus zu lassen.
Und dann kommt wieder etwas dazwischen. Ich habe schon einige Male versucht von Susa und Coco zu erzählen, und dann doch wieder aufgehört. Es hat sich immer falsch angefühlt. Es gab andere Geschichten, die ich geschrieben habe. Protagonisten, die mir ans Herz gewachsen sind und die ich gern in die Welt entlassen habe. Aber diese Geschichte ist noch in mir.
Ich wünsche mir sehr, dass Du sie geboren hast.
Schreib mir doch bitte postlagernd.

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