Liebe Zukunfts-Christina, ich stelle dir nun eine deiner Ideen vor, die du schon länger mit dir herumträgst, die das „Welche Geschichte schreibe ich als nächstes“-Duell jedoch immer verloren hat. Sogar einen Prolog hast du vor zwei Jahren geschrieben und den Zettel gleich wieder verloren. Was nicht schlimm wäre, wenn zusammen mit dem Zettel nicht auch deine Motivation verschwunden wäre, an dieser Idee zu arbeiten.
Erinnerst du dich noch, wie du vor ein paar Jahren ein Gedicht über eine Welt geschrieben hast, in der die Realität eine Erfindung der Einfältigen ist? Eine Welt, in der sich jede Wahrheit binnen Sekunden ändert und deren Bewohner so schräg sind wie das Land selbst. Eine Fantasiewelt, wie die, die du dir als Kind unzählige Male geschaffen hast.
Und dann war da die Frage: Was muss man opfern, um eine solche Welt zu erschaffen? Alles hat seinen Preis, so heißt es doch? Aber welchen Preis hat eine ganze Welt? Es war nur ein Spiel, doch die Idee war geboren und müsste es nicht Spaß machen, so etwas zu beschreiben?
Dies ist der Moment, in dem du aufhören solltest, an deinem Bleistift herum zu kauen, um stattdessen freudig zu nicken. Oder auf Ideensuche ein paar Runden durch dein Zimmer zu drehen. Andernfalls motiviert dich vielleicht folgendes Argument:
Du magst Psychologie. Du magst schräge Menschen. Ganz besonders magst du es, über sie zu schreiben. Glaub mir, nie zuvor hattest du vergleichbar schräge Protagonisten, die auf dich warten, und in einer Welt, in der weder Stabilität noch Realität existieren, solltest du deine Protas nicht allzu lange warten lassen. Wer weiß, wie lange sie noch da sind …
So liebe Zukunfts-Christina, du darfst nun gerne weiter an deinem Bleistift kauen, aber während du das tust, denk an die Geschichte. Vielleicht tippst du ja bereits die ersten Zeilen!

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