Hallo du,

Ich bin gespannt, wie weit du mittlerweile bist. Vielleicht erinnerst du dich schon gar nicht mehr, wie wir in diese Sache gestolpert sind. Wahrscheinlich war es ein bisschen dieses Video über Lernforschung, dann die Sache mit den luziden Träumen… – Ich glaube, in der ersten Fassung lässt sich das deutlich besser rückverfolgen, aber mittlerweile haben wir uns ja darauf geeinigt, das auszuerzählen. Wahrscheinlich hatte es auch was mit dem Zocken zu tun und mit dem Video über die Oculus. Und mit den Robotern aus A.I. Und dem Seminar bei H.
Ich glaube, diese Quellenangaben könnten wichtig sein für den Fall, dass du mal den Faden verlierst.
Es ist schwierig, über Leute zu schreiben, über die man so wenig weiß wie über Mike und die anderen beiden, die nicht mal einen Namen haben. Wahrscheinlich musst du dich früher oder später doch mehr festlegen, denn du bist halt nicht Kafka.
Falls du mich fragst, was ich im jetzigen damals für die Kernthese des Textes halte, dann würde ich sagen: Es geht um zwei sozial wenig begabte Menschen, die sich mit entgegengesetzten, aber ziemlich abartigen Mitteln selbst zu beweisen versuchen, dass sie von der Welt unabhängig sind. Es geht auch um Pornografie, deren Mittel der Darstellung und deren Utopien, weil Mike darin eine Form der Unabhängigkeit sieht. Es geht um die Minimalbedingungen von psychischem Überleben.
Der Text ist gleichzeitig eine Reflexion über das Schreiben und die Grenzen der Beschreibbarkeit.
Vielleicht hilft dir das, wenn du mal wieder überlegst, wo du konkreter werden darfst, ob du doch noch eine weitere Person einfügst oder wenn du dich mal wieder widerwillig auf Recherche begibst.

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