„Was führt dich hierher?“ fragte Verena.
„Du natürlich.“
„Natürlich ist daran gar nichts, mich keine Minute mehr aus den Augen zu lassen. Ich arbeite hier, nicht du.“
Irenes Augen flackerten auf. Wie ein rotes Warnlicht blitzten sie, als sie den Blick fixierte und ihr Gesicht näher zu dem von ihrer Tochter brachte.
„Ich habe mich als Köchin beworben.“
Verena drückte hektisch den Alarmknopf. Eine Sirene ertönte und gleich darauf meldete sich eine Stimme aus dem Lautsprecher.
„Wenn Sie im Aufzug feststecken, drücken Sie bitte die eins.“
„Eins? Welche eins?“, fragte Verena.
„Wenn Sie mit einem Techniker sprechen möchten, drücken Sie bitte die zwei.“
Die Automatenstimme gab noch weitere Variationen von drei bis sechs zum Besten. Doch jedes Drücken auf den Nummern in der Kabine führte zu genau keinem Ergebnis.
„Entspann dich, mein Kind. Hier, da habe ich ein Päckchen Manner-Schnitten für dich. Die wolltest du als Kind doch immer so gerne.“
„Ich habe keinen Hunger.“
„Das sagst du nur so. Essen beruhigt die Nerven.“ Irene brach das Schnitten-Päckchen auf und begann zu essen.
„Wie kannst du in so einer Situation nur ans Essen denken?“
„Wir sollten bei Kräften bleiben, wenn wir uns abseilen müssen. Ganz einfach.“
In dem Moment fuhr der Aufzug weiter. Zwei der Schnitten fielen zu Boden. Als sich die Tür öffnete, stürzte Verena sofort hinaus. Dabei zertrat sie beide Schnitten.
„Das wirst du noch bereuen“, rief die Mutter ihr hinterher.
Verena hörte sie nicht mehr, so schnellen Schrittes war sie davon gestoben.
„Ich kriege dich noch rum, du wirst schon sehen“, sagte Irene und biss in eine Schnitte.

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