Ich weiß, dass auch das wieder ein Traum ist. Zwei Dinge sprechen dafür: Ich fühle keine Hitze, ich kann trotz Rauch frei atmen.
Ich gehe zur Tür, rüttle an der Klinke. Sie ist abgeschlossen. Wie kann das sein? Ich schließe die Schlafzimmertüre nie ab. Panisch sehe ich mich zum Fenster um. Die Rollläden sind herabgelassen. Seit wann habe ich überhaupt Rollläden? Etwas stimmt nicht, jemand hat an diesem Raum herumgespielt. Ich reiße an den Bändern, aber die Rollläden bewegen sich nicht. Genau das wird wohl der Sinn dahinter sein. Bei Rollläden lässt sich das wenigstens glaubhaft umsetzen. Hätte er einfach die Vorhänge gelassen hätte er es schwerer gehabt, dafür eine Regel zu etablieren.
Ich bin gefangen.
Mike, schreie ich aus dem Traum heraus: Mike lass das!
Meine Stimme klingt kläglich und gepresst. Ich glaube nicht, dass sie draußen hörbar war. Aber Mike kann sie bestimmt mitlesen. Spracherkennung haben wir schon sehr weit entwickelt, auch wenn sie bisher selten brauchten.
Mike, was soll das! Lass mich da raus!
Der Rauch steigt dichter an. Was will Mike eigentlich erreichen, frage ich mich. Was soll dieses Spielchen. Will er einfach, dass ich Panik bekomme? Das soll er nicht haben.
Ich setze mich aufs Bett. Mittlerweile hat der Rauch den Raum soweit eingenommen, dass ich von hier aus nichts mehr sehen kann. Es ist ein seltsamer Rauch, er brennt nicht in den Augen und er ist vollkommen geruchslos. Wenn Mike will, dass ich Panik bekomme, oder wenn es ihn interessiert, wie ich mich befreie, dann werde ich das Gegenteil von dem tun, was er sich wünscht. Der Rauch bildet eine weiße Fläche. Ich denke an das Labor. Ich bin im Labor. Das Weiß ist einfach nur die Decke. Ich liege im Labor und ich sehe an die Decke. Mehr ist dort nicht. Kein Rauch, kein Traum, kein Feuer.
Mike, flüstere ich trotzig, während sich der Raum verschiebt und vor meinen Augen neu zusammenbaut, du bekommst mich nicht.

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