Unter meinem Bett ist ein kleines Mädchen. Sie ist vielleicht sieben, hat dunkelblondes Haar und blau-graue Augen. Sie versteckt sich dort, und kommt nur selten raus; in der Nacht, oder bei Menschen, denen sie vertraut. Dann setzt sie sich zu mir auf’s Bett, und erzählt mir Geschichten von früher. Von ihren Freunden und ihren Hobbys. Das Mädchen liest gerne und viel, aber sie ist auch sehr schüchtern und hat Angst vor den anderen Kindern in der Schule.
Wenn sie traurig ist, versuche ich sie aufzumuntern und sage ihr, dass irgendwann alles besser wird. Dass es absolut unwichtig ist, was andere über sie denken. Dass sie stark ist, und alles schaffen kann, was sie will. Im Gegenzug erinnert sie mich, dass es okay ist, auch mal schwach zu sein. Gefühle zu zulassen. Wenn ich traurig bin, legt sie sich zu mir und tröstet mich. Wenn ich wütend auf mich bin, lenkt sie mich ab und versucht mich zu beruhigen. Sie erinnert mich daran, nicht zu hart zu mir selbst zu sein und mich zu akzeptieren, so wie ich es ihr beizubringen versuche, und auf meine eigenen Ratschläge zu hören.
Eine ganze Zeit lang, konnte ich das Mädchen nicht leiden. Ich war gemein und unfair ihr gegenüber, und manchmal bin ich immer noch so, aber wir haben angefangen, unsere Beziehung zu verbessern und arbeiten weiterhin daran. Ich weiß, dass sie mir nie etwas Böses wollte, und sie hat es nicht verdient, dass ich sie auch noch schlecht behandele. Das tut der Rest der Welt schon genug.

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