Unter meinem Bett liegt eine Menge Staub. Und wenn ich meine Ohren spitze, höre ich ein leises Husten und Räuspern. „Kehr doch mal zusammen, ich seh ja nicht mal bis zu deiner Yogamatte.“ Dann wuselt und raschelt es unter mir, sollte ich immer noch unaufmerksam geblieben sein.
In heißen Sommernächten wird aus dem Wuseln und Rascheln ein lautes Getöse und genau zur Sommersonnenwende bildet sich um mein Bett ein Feuerkranz. „Wieder ist ein Jahr vergangen“, seufzt die Stimme unter mir. Dann stupst sie zwischen den Hölzern des Lattenrosts gegen die Matratze und hebt meinen Rücken um wenige Millimeter an. „Du solltest ein bissl mehr Sport machen, deine Wirbelsäule ist schon steif“, war die Botschaft des Vorjahres.
So hält also dieses nie gesehene Etwas jeden Abend seinen kleinen Monolog. Und ich hüte mich, den Staub aufzukehren. Wer weiß, wen ich da vertriebe…

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