Es war einmal ein in die Jahre gekommenes Ehepaar. Jeden Tag, wenn der Mann seine Frau fertig angezogen und ihr die dicke Wolldecke um die Beine geschlungen hatte, fuhr er mit ihr in den Wald, um sie die täglichen Schmerzen und die drückende Last des Alters für eine kurze Ewigkeit vergessen zu lassen. Eines Tages aber, es war wohl Ende Februar, vielleicht auch schon Anfang März, bemerkte der Mann, dass der Blick seiner Frau trüb war und etwas unaussprechlich Trauriges in sich barg. Deshalb nahm er voller Behutsamkeit die Hände der Gattin in seine, er sah, wie eingefallen und knochig sie geworden waren, kühl berührten ihre Finger seine Haut. Deshalb, um sich nichts von seinen Sorgen anmerken zu lassen, drückte er ihre Hände und lächelte sie an, machte einen kleinen Scherz und wickelte ihr wie immer die Wolldecke um die gebrechlichen Beine. Bis sie schließlich im Wald angekommen waren mit dem etwas unhandlichen Rollstuhl (Matsch ist tatsächlich ein großer Feind von Rollstuhlrädern), erinnerte sich der Mann an alle Stadien ihrer langen Ehe, er dachte an die Hochzeit, dachte an den ersten Urlaub und daran, wie gerne seine Frau das Sahneeis auf der jährlichen Osterkirmes gegessen hatte, bevor sie ihr freies und unabhängiges Leben gegen tägliche Spaziergänge im Rollstuhl hatte tauschen müssen.

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