Es war einmal Magda, eine Frau um die 40. Mitten im Leben, hat einmal einer gesagt. Jeden Tag funktionierte sie ganz wunderbar. Sie stand auf, und funktionierte. Duschen. Naturkosmetik. Zahnöl. Deo, aluminiumfrei. Anziehen. Schlicht und schwarz. Sie ist ein Wintertyp, sie kann das. Dann Küche: Porridge rühren, quellen lassen. Kinderjause, gesund, aber mit der Chance, gegessen zu werden. Und wieder ins Bad. Beine epilieren, Zehennagellack erneuern, Kontaktlinsen, rote Lippen. Um 7 Uhr schon so gut funktioniert, und jetzt die Kinder wecken und weiterfunktionieren, noch 16 Stunden etwa, kein Problem. Eines Tages aber fährt ihr Mann mit den Kindern für eine Woche ins Legoland. Und sie hat frei. Deshalb schläft sie am Montag morgen bis zehn, schaut dann aus dem Fenster und beobachtet einen Mann, der durch ihren Zaun greift, einen Stein nimmt und weitergeht. Sie hastet zur Tür, schlüpft in Holzpantoffeln und die herumliegende Jacke ihres Mannes und läuft hinaus, um zu sehen, was der seltsame Mann mit dem Stein vorhat. Deshalb sperrt sie sich aus, wird von dem unbekannten Mann mit seiner rätselhaften Mission in Bann gezogen und verbringt die nächsten Tage außer Haus, außer Funktion. Bis schließlich ihre Familie zurückkommt, sie wieder in ihr Leben schlüpft und sich fragen muss, ob es ihr eigentlich noch passt.

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