Es war einmal ein Krokodil namens Günibert, das mit seiner Familie in der Kanalisation lebte. Jeden Tag kroch es durch die engen Gänge auf der Suche nach besonderen Schätzen: Schlüssel, Spielzeug oder Telefone. Diese sammelte es in einer Truhe in seinem Zimmer. Das lag direkt unter dem Naturgeschichtlichen Museum, zweite Abbiegung links. Eines Tages aber hörte Günibert ein seltsames Röcheln, als er auf dem Treppenabsatz balancierte, um sein Gleichgewicht zu trainieren. Er spitzte seine Ohren, weitete die Augen, damit er in der Dunkelheit besser sehen konnte. Und da entdeckte er ihn: einen kleinen Fisch in schillernden Farben. Er lag etwas abseits am Ufer und atmete schwer. Günibert lief sofort zu ihm hin, nahm ihn in die Hand und lauschte seinem schweren Atmen. Er betrachtete ihn von allen Seiten. Noch nie hatte er ein solch seltsames Wesen gesehen. Normalerweise war hier unten alles dreckig und grau. Vorsichtig drückte er auf den keuchenden Bauch. Da flüsterte der Fisch „Bitte, bring mich zurück ins Wasser.“ Günibert ließ den kleinen Fisch vor Schreck fallen. Er plumpste in den Schlamm und kullerte ins Wasser. Der Fisch keuchte immer noch. Das Wasser war nicht salzig genug. Er müsste dringend zurück ins Meer. Günibert tat der kleine Fisch leid.
Deshalb entschied er sich, den Fisch zurück ins Meer zu bringen. Er kramte aus seiner Schatztruhe einen Beutel hervor, füllte ihn mit frischem Wasser, gab etwas Salz hinzu, das er in der Küche fand und legte den Fisch hinein. Dann knotete er den Beutel zu, packte seine Sachen und begann eine abenteuerliche Reise. Dem Fisch mit Namen Maximo ging es in dem Beutel viel besser.
Deshalb begannen sie zu reden. Maximo erklärte Günibert, wie das Meer aussah, erzählte ihm seine Geschichte von dem Leben im Aquarium. Auf ihrem Weg begegneten sie Helfern, die ihnen den Weg zeigten, und Gegnern (einer Flutwelle, Sackgassen, falschen Freunden), die sie vor Herausforderungen stellten.
Bis schließlich das ersehnte Meer in Reichweite kam. Günibert konnte es förmlich riechen, die Frische, den Salzgeruch. Er hörte das Kreischen der Möwen. Er befreite Maximo aus dem Beutel und entließ ihn in die Weite des Ozeans. Er selbst überlegte, ob er zu seiner Familie zurückkehrte oder neue Abenteuer erleben wollte, zum Beispiel in Amerika seine Verwandten zu besuchen.

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