Ayris blickte in das freudige Gesicht ihres Sohnes, der von Stand zu Stand lief und den Kuriositäten lauschte. An ihrer Seite schlenderte Zard, der dem Staunen des Kindes ebenso schmunzelnd zusah.
Plötzlich jedoch blieb es stehen und starrte auf ein lilafarbenes Zelt. Das Gesicht ihres Sohnes nahm einen seltsamen Ausdruck an, dann kam er zurück, nahm sie beide an die Hand und zog sie ohne Umwege darauf zu.
„Madame Cassandra“, las Zard abschätzig von dem schräg hängenden Schild über dem Eingang vor, dessen Rand von sich jagenden Lichtern gerahmt wurden, die Ayris entfernt an eine Ameisenstraße erinnerte.
Sie hatte keine Zeit sich darüber Gedanken zu machen, denn sie wurden weiter ins Innere gezogen. Überrascht stellte sie fest, dass das Zelt wesentlich größer war, als es von außen den Anschein machte. An einem eleganten Tisch, auf dem eine große Glaskugel ruhte, standen drei Stühle. Ayris zog die Brauen zusammen, als sie erkannte, dass es sich dabei um zwei große und einen kleinen handelte, ganz so, als hätte man sie erwartet.
Ihr Sohn jedoch ließ nicht in seinem Bestreben nach, dirigierte sie darauf und nahm dann auf dem kleinen Stuhl zwischen ihnen Platz. In diesem Augenblick trat eine Frau in einer weiten Tunika aus einem anderen Eingang hinein. Ihre schwarz umrandeten Augen huschten über sie hinweg, dann setzte auch sie sich. Sie nickte lediglich zur Begrüßung. Ihre Hände streichelten die Kugel, dann hob sie ihren Blick und betrachtete die kleine Familie. Erst Zard, dann Ayris und schließlich ihren Sohn.
Plötzlich erstarrt ihr Blick, als hätte sie etwas Schreckliches gesehen.
„Es ist noch nicht vorbei“, hauchte ihre rauchige Stimme. „Die Dunkelheit ist zurückgekommen. ER ist zurück.“ Ihre Hand deutete zitternd auf den Sohn. Wie in Trance wandte Ayris sich ihm zu. Sein Gesicht hatte sich verändert. Aus nicht mehr grünen, sondern schwarzen Augen sah er seine Mutter herablassend an.

(wird auf jeden Fall so NICHT in der Geschichte vorkommen 😀 )

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