Meine nächste Kundin sieht niedergeschlagen aus und sie weicht meinen Blicken auch immer wieder aus. Also nehme ich einfach ihr erstes Produkt und ziehe es über den Scanner – ein Glas Honig, sie scheint also gerne ein süßes Frühstück zu essen.
Als nächstes liegt auf dem Laufband eine Packung Kaffee. Muss sie vielleicht ein Frühstück für Freunde ausrichten?
Diese Vermutung wird jedoch durch das nächste Produkt zunichte gemacht: ein Sack Kartoffeln ist nicht unbedingt das, was man am Morgen zu sich nimmt.
Dazu noch einige verschiedene Gemüsesorten, Käse und Eier. Alles wirkt für mich wie ein Omlett, aber ich weiß nicht genau, wo ich den Honig da unterordnen soll.
„22,96€“, verkünde ich, als auch das letzte Produkt eingescannt und eingepackt ist.
Stumm reicht sie mir einen 50-Euroschein. „Könnte ich bitte die Rechnung haben? Einen Teil davon muss ich mit meiner Mutter abrechnen.“
Das erklärte diesen ungewöhnlichen Einkauf. Aber das Lächeln auf ihrem Gesicht zeigte mir, dass sie ihre Mutter gern hatte. Die Trauer musste also woanders her kommen. Nur konnte ich als Kassiererin leider nicht nachfragen, was denn los war. Das war nicht mein Job.

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