Der Traumlose legt seinen Einkauf aufs Band.
Ich betrachte ihn, dabei und werde nur aus meinen Blicken aufgeschreckt, weil sein erster Artikel gegen meine Hand stößt. Eine Packung Tiefkühlessen für eine Person. Hähnchenschnitzel mit Bohnen und Reis. Er scheint allein zu Leben, nur für sich selbst einzukaufen. Für Kochen fehlt ihm vielleicht die Zeit oder die Kreativität. Ich scanne den Artikel. Piep. Der zweite Artikel, eine zweiwöchentlich erscheinende Zeitung für verschiedene Dreamstreamer und ihr Programm. Neumodische Streamer, die andere in ihren Köpfen zusehen lassen, während sie träumen. Vermutlich interessiert er sich dafür, passt ja auch zum Tiefkühlessen. Er lebt allein und sucht Zerstreuung. Piep. Eine Schachtel Zigaretten. Ungewöhnlich, da Zigaretten schon seit Jahren nicht mehr als massenmögliches Suchtmittel gelten. Inhaliergeräte mit verstellbarem Geschmack und verschiedenen Wirkstoffen sind beliebter. Man nutzt sie zur Traumvariierung. Zigaretten gelten als träumerfeindlich… Vielleicht ist er ja kein wirklicher Träumer, sondern nur ein Beobachter. Piep. Der vierte Artikel der übers Band läuft ist einer dieser Miniempfänger mit denen man Träume überall sehen kann. Man verbindet einmal mit seinem Kopf und kann dann unterwegs reinschauen. Die Qualität ist Mittel, aber dafür die Dinger billig. Er würde es vermutlich für die Arbeit kaufen, oder für den Urlaub. Piep. Als letzter Artikel kam eine große Packung Kaffee zur Scanfläche. Er schien jemand zu sein, der wenig schlief und wenig schlafen wollte. Es war klar, dass er keine eigenen Träume zur verfügung stellte. Seltsamer Kerl. Er zahlt bar? Das ist wirklich ungewöhnlich.

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