Ich ziehe eine Augenbraue nach oben, als der junge Mann vor mir stehen bleibt. Irgendwie kommt er mir bekannt vor, aber ich kann mich nicht daran erinnern, wo ich ihn schon einmal gesehen habe. Was mir allerdings sofort auffällt ist seine Laune – nicht gerade berauschend, obwohl draußen die Sonne scheint. Aber bei seiner blassen Haut würde mich das heiße Wetter auch nicht freuen.
Da er meinen neugierigen Blicken lange genug ausgeliefert war, kümmere ich mich um seinen Einkauf.
Ein Küchenmesser-Set aus Stahl. Nicht gerade billig.
Eine schwarze Kerze.
Sonnenbrille. Vermutlich gegen das grelle Licht, das ihn außerhalb erwartet.
Eine weiße Rose für das Grab seiner Mutter.
Und zu guter Letzt eine Flasche Kirschsaft.

Ich will lieber nicht so genau wissen, wofür er die Messer braucht, aber ich kann es mir trotzdem denken. Garantiert nicht, um damit Gemüse klein zu schneiden.
Kopfschüttelnd scanne ich die Artikel, nenne ihm den Preis und wünsche noch einen schönen Tag. Er brummt ein „Auf Wiedersehen“ zurück und verschwindet, die Sonnenbrille noch mit dem Preisschild dran auf der Nase, die Rose in einer Hand und den Rest irgendwie unter einen Arm geklemmt.

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