Sie lächelt mich freundlich an, aber in ihrem Blick liegt auch eine dunkle Vergangenheit. Ihre Augen sind weit, und es ist, als könnte ich durch sie hindurch in Caitlins Seele blicken. In eine gute Seele, die es nicht verdient, von Grauen umringt zu sein.
Ich lächele eilig zurück und ziehe ihre Ware über das Laufband. Sie kauft Chips. Reichlich Chips. Wahrscheinlich möchte sie mal wieder einen Fernsehabend mit Aven machen. Ja, das ist ganz eindeutig ihr Plan, denn jetzt schiebt sie auch noch die Apfelringe, die Aven so liebt, hinterher.
Ich frage mich, an welcher Stelle in der Geschichte wir sind. Weiß Cait schon, was Avens Geheimnis ist? Oder denkt sie noch immer, seine Schwester wäre einfach nur früh an Krebs gestorben?
Beinahe fährt der Rest ihres Einkaufs an mir vorbei, weil ich so in Gedanken versunken bin. Entschuldigend zucke ich mit den Schultern und lächelte zu Caitlin hoch, doch sie hat das gar nicht bemerkt. Sie tippt wie eine Irre auf ihrem Handy herum, das in ihrer Hand liegt.
Ich gebe den Preis der Mini-Topfpflanze ein und muss schmunzeln. Ein weiteres Stück für ihre riesige Pflanzensammlung, die sich in ihrem Zimmer befindet.
Ich scanne den Toaster und das zugehörige Sandwichbrot ein, das sie morgens immer isst, und schiele wieder zu ihr rüber. Sie wirkt verärgert, wieso, weiß ich nicht.
Ich stutze, als ich das Katzenstreu bemerke, da Cait kaufen möchte. Sie hat doch gar keine Katze…?
Dazu möchte sie noch Müllsäcke haben. Okay, wofür die sind, ist mir klar. Aven möchte seinen „Müll“ beseitigen. Wie viele Leichen es wohl diesmal sind?
Caitlin lächelt mich nervös an, als ich die Müllbeutel nach hinten durchschiebe. Wirkt so, als wüsste sie es doch schon.
Diese Vermutung bestätigt sich, als ich eine Tüte mit Kieselsteinen einscanne. Die brauchen Aven und sie wahrscheinlich für den Zauber, mit dem sie mit den Dämonen kommunizieren möchten. Für Außenstehende wirkt dieser Einkauf vielleicht harmlos, aber wenn man Caitlin kennt, dann ist er das ganz und gar nicht. Mit diesen Dingen, in Kombination mit der Zahnseide, die ich nun nehme, kann ihr Freund Menschenleben auslöschen. Die Zahnseide braucht er wahrscheinlich für seine Zähne, wie jeder andere auch. Nur tut er mit seinen Zähnen andere Dinge als die meisten Menschen…
Und zu guter Letzt reicht Cait mir noch eine Taschenlampe, damit ich nicht zehn Minuten brauche, um sie zu nehmen. Okay, jetzt sollte ich wirklich Angst bekommen. Wenn Aven sogar schon mit Taschenlampen arbeitet, dann muss er es ja ganz schön ernst meinen.
Ich schlucke und lächele zu ihr hoch. Dann bezahlt Caitlin, bedankt sich und hievt alles in die Tüte, die sich sich noch schnell genommen hat.
„Auf Wiedersehen, Cait!“, rufe ich ihr noch hinterher, aber sie scheint es zum Glück nicht zu hören…

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