„Hallo? Entschuldigung?“, reißt mich die sanfte Stimme aus meiner Tagträumerei. Ich räuspere mich und setze mich gerade hin. Mein Rücken schmerzt. Verdammter Job. Zwar ist es heute leer, nur ein paar Leute schieben ihre Wagen gemächlich durch die Reihen. Ich sitze hier seit heute Morgen und hatte erst sechs Kunden. Sieben, mit ihr. Das Mädchen sieht jünger aus als sie wahrscheinlich ist. Sie ist sehr schlank und wirkt als würde sie frieren, dabei ist es gar nicht so kalt. Ob sie vielleicht krank ist? Immerhin legt sie eine Schachtel Kräutertee und eine Tüte Salbeibonbons auf das Fließband. Mist. Sie ist krank und ich lasse sie auch noch warten, weil ich mit Träumen beschäftigt bin. Hinter den Bonbons folgt eine Packung Käse und ein Liter Milch. Sicher wohnt sie allein.
„Ist das alles?“, frage ich, doch dann sehe ich den Sechser-Pack Wasser, der im unteren Teil des Einkaufswagens steht.
„Nein, das Wasser noch. Tut mir leid, ich konnte es nicht anheben.“
„Ist schon gut.“ Ich setze mich wieder und tippe den Code in meine Kasse. Sie scheint nicht besonders stark zu sein. Und ihre Figur … ob sie magersüchtig ist? Sollte ich etwas sagen? Nein. Das ist nicht meine Aufgabe.
„Macht sieben Euro und vierundsiebzig Cent, bitte!“

Pin It on Pinterest

Share This