Es war ein früher Nachmittag an einem frischen Frühlingstag. Um diese Tageszeit war der Supermarkt immer recht spärlich besucht. Die Mittagspausen der meisten Leute war bereits vorbei, die Mütter waren zu Hause mit ihren Kindern und die Pensionisten hielten ihren wohlverdienten Mittagsschlaf. Ich saß hinter Kasse 3 und begutachtete meine Fingernägel. Die letzte Maniküre lag schon etwas zurück. Aber wem interessierten schon meine Fingernägel. Im Augenwinkel sah ich, dass sich jemand auf die Kassa zubewegt. Ein etwa 19 jähriger Junge begann seine Einkäufe auf das Förderband zu legen. Ich setzte mich gerade hin und wartet bis die Dinge in meine Reichweite kamen. Dabei nutzte ich die Gelegenheit ihn mir genauer anzusehen. Er hatte etwas sehr attraktives. Sein etwas staubiges Hemd war an beiden Armen hochgerollt und gab den Blick auf die Tätowierungen darauf frei. Es sah so aus, als ob er direkt vom Arbeiten käme, leicht verschwitzt und etwas dreckig. Gerade so viel, dass es noch irgendwie sexy wirkte. Er kaufte eine Packung Toastbrot, 6 Eier, Butter, Marmelade. Alles was man für ein schönes Frühstück so braucht, dachte ich mir. Dann kam ein Bund Bananen und als ich diesen aufhob, um ihn abzuwiegen, lag darunter noch ein Päckchen Kondome, gefühlsecht, und eine Packung Batterien. Ich spürte, wie meine Wangen rot wurden und vor Hitze glühten. Mit gesenktem Blick murmelte ich die Endsumme und sah dann schließlich doch hoch. Genau in die tiefblauen Augen des Jungen. Er zwinkerte mich frech an und machte ein schnalzenden Geräusch. „Dass die Energie nicht ausgeht, in der Nacht!“ grinste er mich schelmisch an, während er mir das Geld in die Hand drückte. Ich kramte das Wechselgeld aus der Lade und gab es ihm eilig. Mein ganzes Gesicht pochte vor Aufregung und ich wollte mich am liebsten verkriechen. „Bis bald, Madame!“nickte er mir entgegen und verschwand, die Einkäufe auf beiden Armen verteilt, hinaus.

Pin It on Pinterest

Share This