Es war kurz vor Feierabend, nur noch wenige Kunden waren im Geschäft, als ein unauffälliges Mädchen an die Kasse kam. Sie trug eine leichte Sommerjacke und einen Rucksack, kam wohl von der Schule.
Sie lächelte mir schüchtern zu und legte ihre Einkäufe auf das Kassenband. Ein weißer Blumentopf mit blauen Verzierungen aus dem Sonderangebot war das erste, dass ich einscannte. Eine Pflanze hatte sie dazu nicht gewählt, was wohl bedeutete, dass sie schon eine zuhause hatte.
Das nächste war eine CD einer Gothic-Band mit verstörendem Cover. Ich sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen an, konnte mir nicht vorstellen, dass sie so eine Musik hörte. Das Mädchen strich sich verlegen eine Haarsträhne hinters Ohr.
Die nächsten Produkte passten schon wieder besser zu ihr. Es waren typische Mädchenprodukte wie Haarbänder, Lippenbalsam und Handcreme. Zum Schluss folgten noch eine Packung Gummibärchen und Salzstangen.
Sie bezahlte ohne viel Worte, verabschiedete sich und verschwand eilig aus dem Supermarkt. Ich sah ihr verwundert hinterher, doch als der nächste Kunde meine Aufmerksamkeit verlangte, war sie längst wieder vergessen.

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