Ich sehe sie an. Hypnotisiert und voller Staunen. Bemerke, wie es auf sie wirken muss und wende den Blick rasch ab. Statt in ihre braunen Augen zu schauen, konzentriere ich mich lieber auf das Laufband.
Eine Tiefkühlpizza – vegetarisch. Dazu eine Packung geriebener Käse, weil ihr der auf der Pizza nie reicht. Wahrscheinlich ist ihre Familie nicht zu Hause und sie hat keine Lust zu kochen. Selbst wenn, es würde nach hinten losgehen. Man müsste Angst haben, dass sie das Haus abfackelt. Vernünftig, dass sie sich für eine einfache Pizza entschieden hat. Wenn sie jetzt noch darauf achtet, wie lange sie im Herd sein muss, könnte ihr Abendessen sogar genießbar werden.
Schokolade, da sie die bei jedem Einkauf in den Korb packt. Ganz egal, ob sie noch einen Vorrat hat oder nicht. Sie kann einfach nicht an der Süßigkeitenabteilung vorbeigehen, ohne sich etwas auszusuchen.
Cappuccino, um morgens nicht wie ein Zombie zur Schule zu fahren, sondern halbwegs wach zu wirken.
Eine DVD, die es bei uns gerade im Angebot gibt, und dazu Taschentücher. Kluges Mädchen. Die wird sie brauchen, wenn sie den Film schaut.

Einer meiner Mundwinkel wandert nach oben, als ich alles über den Scanner gezogen habe. „Filmabend, was?“
Sie strahlt mich an, ist voller Vorfreude und nickt eifrig. „Mein Freund kommt heute vorbei.“
Ich deute auf die DVD. „Gute Wahl. Er wird dir gefallen.“ Aaron eher nicht, aber den Kommentar verkneife ich mir lieber.
Nachdem sie ihren Einkauf eingepackt und bezahlt hat, lächelt sie mich ein letztes Mal an und verlässt den Supermarkt. Ich würde ihr am liebsten hinterher schreien, dass sie die Zeit genießen soll, solange sie noch welche hat, aber stattdessen blicke ich ihr wortlos nach.

Pin It on Pinterest

Share This