Ich sehe die Flugzeuge steigen, ging ihm durch den Kopf, als er die Straßen der Nacht durchschritt. Für einen Augenblick hielt er an und überlegte: wie viele Jahre war es nun her, seit er das letzte Mal die Welt bereist hatte? Ein Auto fuhr an ihm vorüber, überquerte die Brücke beinahe geräuschlos. Zehn Jahre, kam ihm in den Sinn. Noch keine Ewigkeit, aber lange genug her, sich wehmütig an die Strände von Bali, Mauritius und Co. Zurück zu erinnern. Vielleicht entfuhr ihm ein Seufzen, vielleicht auch nur ein stummes Nicken. Wohin war die Zeit gegangen ,wohin waren all die Jahre nur verstrichen? Er hatte zugesehen, wie sie beide alt und älter geworden waren. Inzwischen waren sie eine Uropageneration, Auslaufmodelle, die wie ein überfälliges Schaf auf den Tag X warteten. Und dazwischen versuchten, irgendwie zu leben. Wir sind Schildkröten,die sich in ihren Panzer zurück ziehen, um die Welt draußen nur durch ein Schlüsselloch zu betrachten,weil der Pfeil der Realität wie ein Blitz zuschlagen könnte.
Die Nacht war frisch und wolkig, Straßendampf legte sich ihm schwer auf die Lunge. Noch einmal die Welt bereisen, wie damals. Noch einmal in einem Flugzeug sitzen und nicht wissen, welche Überraschungen die Zeit bringen mag. Noch einmal die Baumwipfel von oben bewundern und fühlen, wie die Welt klein und unbedeutend wird.
Während er durch die Dunkelheit nach Hause ging, spürte er den Salzwind der Südsee vergangener Tage auf der Haut.

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