Mit klatschnassen Haaren und durchweichter Kleidung kramte ich in meiner Tasche nach dem Schlüssel, um endlich ins Haus zu können. Wir atmeten erleichtert auf, als ich ihn fand, und ich drehte ihn im Schloss um. Ich zog Sheavel ins Warme und wir lehnten uns erschöpft gegen die nun geschlossene Tür.
„Also, was wolltest du mich jetzt vorhin fragen, bevor wir fast von einem Blitz erschlagen wurden?“ Meine Freundin grinste mich an. Ich musste nicht lange nachdenken, bis mir wieder einfiel, um was es vorhin ging.
„Ich wollte dich fragen, ob du eine Ahnung hast, was mit Avel los ist. Er ist echt nett und so, aber irgendwas an ihm ist eigenartig. So, als würde er etwas vor mir verbergen. Ist dir das schon mal aufgefallen?“
Mein Herz schlug mir bis zum Hals, während ich angespannt auf eine Antwort wartete. Sheavel schüttelte entschuldigend den Kopf. „Du weißt doch, ich habe einen niedrigeren Intelligenzquotienten als ein Schaf, ich bemerke sowas nicht. Tut mir echt leid.“
Ich schluckte nervös und dachte an den Abend zurück, an dem ich Avel auf der Brücke beobachtet hatte. Er hatte ausgesehen, als würde er springen wollen, aber als ich dann zu ihm gehen wollte, hatte er so getan, als wäre nichts geschehen. Ganz normal war das alles ja nicht…
„Naja, nicht so wichtig. Wahrscheinlich bin ich einfach nur paranoid oder so“, winkte ich zwinkernd ab und lächelte Sheavel aufmunternd an.
Dann stieß ich mich von der Tür ab und ging auf das Aquarium von Peia zu, um Ablenkung zu schaffen. Ich griff nach ihrem Panzer und hob sie auf meinen Arm, obwohl sie sich strampelnd versuchte wieder loszureißen.
„Oh Gott, sie ist echt unglaublich süß!“, quietschte meine neue beste Freundin begeistert und schon stand sie neben mir und presste ihre Nase gegen Peias Schildkrötengesicht.
Dann hakte sie schelmisch grinsend nach:“Und dein Amor hat sie dir einfach so geschenkt?“
Mein Gesicht wurde rot, als ich daran dachte, wie Avel sie mir überreicht hatte.

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