Es gewitterte, als Alia und ihr Vater aus dem Flugzeug stiegen und die ersten Schritte in ihr neues Leben machten. Alia wusste immer noch nicht, was sie von der Reise um den halben Globus halten sollte. Sie befand sie genau am anderen Ende der Welt, ohne Verbindung zu all dem, was ihr bisheriges Leben bestimmt hatte. Da gab es keine Möglichkeit mehr, wie sie einfach mal schnell zu ihrer besten Freundin gehen konnte, da diese nun tausende Kilometer weit weg wohnte und nicht mehr nur drei Straßen weiter.
Sie und ihr Vater hatten ziemlich überstürzt ihr altes Zuhause verlassen und die klaffende Wunde in Alias Herzen, die nach dem Tod ihrer Mutter vor einem Jahr entstanden war, hatte sich nun vergrößert. Es fühlte sich an, als würde ein Pfeilspitze dort feststecken, sich immer tiefer bohren und so langsam auch die letzten Reste ihres Herzens zerstören. Es würde lange dauern, bis sie wieder bereit sein würde, normal zu empfinden, das wusste sie vielleicht sogar besser als ihr Vater. Immer viele kleine Schritte und nicht so ein überstürzter Umzug, wie sie ihn jetzt getan hatten.

Das erste, was Alia in den ersten Tagen in Neuseeland auffiel, war die schöne Natur – überall war es wunderschön grün und es gab viele Pflanzen, die sie noch nie zuvor gesehen hatte – und die vielen Schafe. Sie hatte gelesen, dass es in Neuseeland sehr viel mehr Schafe wie Menschen gab, doch deren tatsächliche Präsenz überraschte sie nun doch.
Ihr gefiel dieser Ort. So sehr es ihr auch missfiel, mindestens die nächsten drei Jahre verbringen zu müssen, bis sie achtzehn war.

Pin It on Pinterest

Share This