Unvermittelt fand sich Elly mitten auf einer schwankenden Brücke über einen reißenden Fluß wieder, der von den grellen Blitzen eines Gewitters in ein bizarres Lichterspiel getaucht wurde. Hinter hier stand eine blökende Herde Schafe, deren lautes Gemähe ihr immer wieder bedeute endlich hinüber zu gehen und die Frage zu stellen. Verwirrt versuchte sich Elly die Haare aus dem Gesicht zu streichen um zu sehen was da drüben am anderen Ende der Brücke denn wäre und vor allem wer. Als ein erneuter Blitz nur wenige Meter neben der Brücke in die Erde fuhr, sah sie etwas Unglaubliches: am anderen Ufer wuchs ein riesiger Baum in die Höhe mit einer mächtigen Krone und weitreichenden Wurzeln, von denen sie nur erahnen konnte, wo ihr Ende sein könnte: Yggdrasil, der Baum des Lebens!
Im Schutz einer kleinen Aushöhlung des Stammes konnte Elly eine Schildkröte ausmachen,
Kassiopeia, die unsterbliche, allwissende Schildkröte.
Aber was war es was die Schafe von ihr wissen wollten? Das laute Mähen wurde mit jedem Donnern und Blitzen eindringlicher und ängstlicher als schiene ihr Leben davon abzuhängen. Elly ließ Kassiopeia nicht aus den Augen und stampfte gegen das Unwetter an, da wurde ihr Blick wie versteinert. Eine dunkle Gestalt, ein Indianer, war aus Yggdrasils Schatten getreten, machte eine seltsame Bewegung und etwas kam auf Elly zugeflogen, keinen Schritt war es ihr mehr möglich zu gehen, wie durch ein Schlüsselloch sah sie einen Pfeil auf sich zu rasen – schweißgebadet stieß Elly einen Schrei aus und saß kerzengerade in ihrem Bett.

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