Nervös wackelte Paul mit dem Bein. Es war bestimmt schon sei hundertster Besuch beim Arbeitsamt und er wusste, dass seine Sachbearbeiterin schon ziemlich genervt sein musste. Die hübsche Blondine mit der viel zu großen Brille dachte sicherlich, dass er verrückt sei oder ständig wieder auf der Matte stand, nur um sie wiederzusehen. Doch beides stimmte nicht. Paul versuchte sein Leben zu ordnen, den richtigen Weg für sich selbst zu finden. Dazu gehörte nun mal eben den richtigen Beruf zu finden. Nach der Schule hatte er ein Jahr im Ausland verbracht und nun, da er zurück war, musste er eine Entscheidung treffen. Eigentlich waren es sogar eine Menge Entscheidungen. Wo würde er leben? Was machte ihn glücklich? Er wusste es nicht. Dass ihn jeder drängte half ihm auch nicht weiter. „Du musst eine Entscheidung treffen, Junge.“, erinnerte ihn seine Mutter. „Es ist egal, was du für einen Job annimmst, die Hauptsache ist, dass du überhaupt richtiges Geld verdienst!“, maulte sein Großvater. Natürlich musste er Geld verdienen, doch er weigerte sich, einem Job nachzugehen, der ihn unglücklich machte. Er hatte schon bei seinem Vater gesehen, wie das enden konnte und er selbst wollte es ihm nicht gleichtun. Also saß er erneut beim Arbeitsamt, bei der hübschen Blondine mit der viel zu großen Brille, und beschloss, eine nächste Türe zu öffnen. Wenn sich hinter ihr nicht seine gewünschte Zukunft befand, ein Beruf, mit dem er sich wenigstens identifizieren konnte, bei dem er nicht seine moralischen Grundsätze über Bord werden musste, tja, dann würde er wohl eine weitere Türe öffnen müssen. Doch er war sich sicher – hinter einer dieser unzähligen Türen, lag der Weg, der ihn in eine glückliche Zukunft führen würde.

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