Sehr geehrte Autorin,

wie ich ihrem Stellengesuch entnommen habe suchen Sie einen Antagonisten führ Ihre Geschichte. Sicherlich habt Ihr schon zahlreiche Bewerbungen auf diese Stelle erhalten, doch ich werde im Folgenden darstellen weshalb Sie sich für mich entscheiden werden.

Es gibt viele menschliche Gegenspieler und ich gebe zu, dass viele sehr wohl dazu geeignet sind ihren Protagonisten nicht nur Steine in den Weg zu legen, sondern auch sein Leben zu bedrohen. Doch all diese Gegenspieler haben folgende Nachteile:
– Sie können dem Protagonisten nur dann als Antagonisten dienen, wenn sich die Ziele dieser beiden Figuren widersprechen.
– sie können sterben.

Nun gut – ersteres kann man hinbekommen. Man kann dem Antagonisten ein passendes Ziel an die Hand geben, so dass er sich gezwungen sieht seine Klinge mit der des Protagonisten zu kreuzen. Doch es muss ein gutes Ziel sein, ein unverrückbares Ziel. Dies ist nicht immer einfach.
Doch gegen den zweiten Nachteil kann man wenig ausrichten. Natürlich existierten Gegenspieler, die unsterblich sind. Doch da auch diese zumeist einen Körper besitzen kann man ihnen ebenfalls beikommen, indem man sie beispielsweise einsperrt.

Doch die genannten Nachteile würden sie zweifelsohne umgehen, wenn Sie sich für mich entscheiden. Denn ich habe kein Ziel und vor allem habe ich keinen Körper. Allein meine Existenz wird den Protagonisten auf die Probe stellen. Doch das Schöne ist: gewinnen wird er niemals.
Denn ich bin das verseuchte Wasser. Ich bin das in der Sonne vertrocknete Getreide. Ich bin der Rost, der langsam alles zerfrisst, was von der einstigen Welt noch übrig geblieben ist. Ich bin der Hunger in den Bäuchen der Menschen. Ich bin der Parasit, der die Körper langsam von Innen ausdörrt. Der Virus, der einem das Fleisch von den Knochen schält. Das Bakterium, das die Organe verfaulen lässt. Ich bin der Lebenswille eines jeden. Der Egoismus, der einen weiter treibt, der einen dazu bringt sein eigenes Leben über das des anderen zu Stellen. Ich bin der Zwang zu entscheiden ob du oder dein Gegenüber sterben muss. Ich bin das Ziel, das ein jeder vor sich herträgt: Überleben.

Ich bin die kaputte Welt, die niemand mehr reparieren kann. Dein Protagonist lebt in mir, tötet in mir und er stirbt in mir. Und nichts kann ihn davor bewahren. Er kann nicht gewinnen.

Wie kann es einen besseren Antagonisten als mich geben?

Mit freundlichen Grüßen
Die galaxieweite Postapokalypse

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