„Das Glück beginnt mit Ihnen.“, erklärt irgendjemand in der Werbesendung meines Fernsehers. Ich schnaube etwas verächtlich, das kann doch wohl nicht deren Ernst sein. Was heißt das überhaupt? Mein Blick streift für einen kurzen Moment die Person neben mir. Was bedeutete Glück wohl für ihn?
Ich war glücklich gewesen, als ich nach wochenlangem Lernen eine der zahlreichen Klausuren bestanden hatte. Wenn er darüber redete, schien er sich kaum Mühe fürs Lernen gegeben zu haben. Es schien so leicht zu sein. Um ehrlich zu sein, brachten mir solche Kommentare immer Zweifel. Es war wohl mein Glück gewesen, ihn kennengelernt zu haben, damals im Wahlpflichtfach. Noch mehr Glück, als er plötzlich an einem der Tage neben mir saß. Und ab da öfter. Als ich früher kam und er schon dort war und wir uns unterhielten, und als ich am allerletzten Tag mit ihm ein Stück zusammen nach Hause ging und das Stück sich als sein und fast auch mein gesamter Weg herausstellte.
„Was bedeutet eigentlich Glück für dich?“, frage ich ihn nun, den Kopf leicht geneigt.
Er hält beim lesen inne und richtet seine Aufmerksamkeit auf mich.
„Wie meinst du das?“
„Was macht dich glücklich?“
Er überlegt. Ich sehe vor meinem inneren Auge, wie das Rad in seinem Kopf sich dreht. Schließlich antwortet er.
„Nun. Ich bin sehr glücklich, wenn ich bei meiner Familie bin. Aber ab und zu bin ich es auch einfach nur so. Braucht man denn einen Grund um glücklich zu sein?“
Diese Gegenfrage trifft mich fast noch mehr als der Werbeslogan vorhin.
Was bedeutet Glück? Braucht es einen Grund?

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