Tag 22: Der verlorene Kopf

Die junge Frau kommt auf dem Asphalt zu sich. Ein älterer Herr findet sie und ruft den Notarzt, der eine Amnesie feststellt. Sie kommt ins Krankenhaus, wobei zu diesem Zeitpunkt immer mal wieder Bilder vor ihrem inneren Auge auftauchen, aber ebenso schnell verschwinden. Sie kann sie anfangs nicht greifen. Der Notarzt, ein junger Mann, kümmert sich um sie und kommt auch die folgenden Tage immer wieder vorbei. Sie lernt ihn kennen und mit jeder Geschichte, die er ihr über sich erzählt, kommt ihre Erinnerung langsam zurück, von der Kindheit und Jugend anfangend, manchmal sehr durcheinander. Dennoch hat sie das Gefühl, dass wichtige Puzzleteile fehlen. Warum war sie schließlich dort, wo sie nach dem Unfall aufgewacht war? Der Notarzt, der mittlerweile ihre Familie informiert hat, die auch vorbei kommt und ihr erinnern hilft, wird zu einem Freund, der sie auch zuhause besucht. Sie kommen sich näher. Allerdings fällt ihr dann wieder ein, wo sie vor dem Unfall war. Ein alter Freund ihres Vaters und mächtiger Anwalt. Des Notarztes Vater, der ihn verstoßen hat, weil er nicht in dessen Fußstapfen treten wollte. Dennoch will sie herausfinden, was danach geschehen ist. Er begleitet sie. Vater und Sohn treffen aufeinander. Es kommt zum Streit, bei dem sie das Fernrohr sieht und ihr Gehirn eine Assoziation herstellt. Schnell machen sie sich auf dem Weg. Es stellt sich heraus, dass es sich bei besagter Wohnung um ein Schauspielstudio handelt und alles nur eine Szene eines Theaterstückes war. Beide Personen sind wohlauf. Der Vater des Notarztes hat sich jedoch auch Sorgen gemacht und ist den beiden gefolgt. Es kommt zur Versöhnung. Friede Freude Eierkuchen! Happy End!

Tag 20: Die Wahrheit der Wahrsagerin

Ayris blickte in das freudige Gesicht ihres Sohnes, der von Stand zu Stand lief und den Kuriositäten lauschte. An ihrer Seite schlenderte Zard, der dem Staunen des Kindes ebenso schmunzelnd zusah.
Plötzlich jedoch blieb es stehen und starrte auf ein lilafarbenes Zelt. Das Gesicht ihres Sohnes nahm einen seltsamen Ausdruck an, dann kam er zurück, nahm sie beide an die Hand und zog sie ohne Umwege darauf zu.
„Madame Cassandra“, las Zard abschätzig von dem schräg hängenden Schild über dem Eingang vor, dessen Rand von sich jagenden Lichtern gerahmt wurden, die Ayris entfernt an eine Ameisenstraße erinnerte.
Sie hatte keine Zeit sich darüber Gedanken zu machen, denn sie wurden weiter ins Innere gezogen. Überrascht stellte sie fest, dass das Zelt wesentlich größer war, als es von außen den Anschein machte. An einem eleganten Tisch, auf dem eine große Glaskugel ruhte, standen drei Stühle. Ayris zog die Brauen zusammen, als sie erkannte, dass es sich dabei um zwei große und einen kleinen handelte, ganz so, als hätte man sie erwartet.
Ihr Sohn jedoch ließ nicht in seinem Bestreben nach, dirigierte sie darauf und nahm dann auf dem kleinen Stuhl zwischen ihnen Platz. In diesem Augenblick trat eine Frau in einer weiten Tunika aus einem anderen Eingang hinein. Ihre schwarz umrandeten Augen huschten über sie hinweg, dann setzte auch sie sich. Sie nickte lediglich zur Begrüßung. Ihre Hände streichelten die Kugel, dann hob sie ihren Blick und betrachtete die kleine Familie. Erst Zard, dann Ayris und schließlich ihren Sohn.
Plötzlich erstarrt ihr Blick, als hätte sie etwas Schreckliches gesehen.
„Es ist noch nicht vorbei“, hauchte ihre rauchige Stimme. „Die Dunkelheit ist zurückgekommen. ER ist zurück.“ Ihre Hand deutete zitternd auf den Sohn. Wie in Trance wandte Ayris sich ihm zu. Sein Gesicht hatte sich verändert. Aus nicht mehr grünen, sondern schwarzen Augen sah er seine Mutter herablassend an.

(wird auf jeden Fall so NICHT in der Geschichte vorkommen 😀 )

Tag 19: Unter meinem Bett

Schmunzelnd liege ich in der Dunkelheit und warte. Ein freudiges Prickeln summt in meinem Körper und meine Finger nesteln vorfreudig am Rand der Decke herum. Es müsste gleich so weit sein. Gleich kommt er zurück zu mir. Mein persönlicher Dämon.
Jede Nacht kam er aus der Finsternis zu mir. Die Finsternis unter meinem Bett. Es war der Zugang zu seinem Reich, hatte er mir erklärt. Früher war er gekommen um mir Alpträume zu schenken oder mich stundenlang angstvoll wach zu halten. Irgendwann war er dazu übergegangen mich im Schlaf zu beobachten. Es hatte ihm gefallen. Aber eines Nachts war ich aufgewacht, aus einem Alptraum hochgeschreckt, den nicht er zu verschulden gehabt hatte. Zuerst war ich erschrocken, doch er hatte mich beruhigt, mich in seinen Bann gezogen und in seinen Armen einschlafen lassen. Er hatte mich aus der Realität gerettet.
Seitdem wartete ich auf meinen Dämon sobald es dunkel wurde. Und auch heute kündigte ihn ein sanfter Lufthauch an, bevor er sich aus der Finsternis schälte und sich zu mir ins Bett legte. Sofort fanden meine Hände seinen erhitzten Leib, streichelten und liebkosten ihn. Er genoss es, das konnte ich an seinem zufriedenen Seufzen erkennen. Und dann fanden sich unsere Lippen. Sengendes Verlangen bemächtigte sich meiner. Er gehörte mir! Er war mein Dämon! Mein allein!

Tag 18: Tag des Superhelden

Bezeichnung/Name der Fähigkeit:
Gedanken lesen

Beschreibung der Fähigkeit:
Hätte meine Protagonistin eine Superkraft, dann wäre das Gedankenlesen. Sie könnte, sofern sie das möchte, die Gedanken anderer hören. Manchmal würde diese Fähigkeit aber auch außer Kontrolle geraten.

Ist die Fähigkeit gut oder böse?
Sie müsste erst lernen, damit umzugehen, sodass sie sich nicht jedes Geschwätz anhören müsste.
Sie würde es anfangs hassen, denn sie ist ein Mensch, der sich nicht in die Angelegenheiten anderer mischen möchte. Allerdings ist sie auch neugierig, was ihr Probleme einhandeln könnte.

Wird die Fähigkeit in die Geschichte einfließen.
Würde sie merken, dass sie Informationen hat, die einem anderen helfen könnten, würde sie diese sofort einsetzen… leider auch ungeachtet der Konsequenzen, denn die Welt, in die sie hinein gelangt, lernt sie ebenfalls erst kennen, genauso wie deren Regeln.

Tag 21: Aller Anfang ist schwer

Ich konnte es nicht fassen!
Wie erstarrt stand ich am Rand des Waldes und blickte auf das riesige Ungetüm vor mir. Es schien bei seiner Landung einen ganzen Landstrich verwüstet zu haben, gebremst von dem Felsmassiv, das sich zu meiner Linken erhob. Das Ungetüm – ich wusste es nicht anders zu bezeichnen – stand seltsam quer und gab ein monotones Dröhnen von sich, das mich hier her gelockt hatte, als ich mit meinem Hund spazieren gewesen war. Es war stark derangiert. Obwohl ich erkannte, dass es aus Metall gefertigt sein musste, erinnerte es mich an die Piratenschiffe, die ich so oft im Fernseher bestaunt hatte. Nur dass dieses hier wie ein zerborstenes Wrack aussah.
Ich wusste, dass ich nicht hier sein sollte, dass dieser Ort gefährlich war. Ich konnte es spüren. Meine feinen Härchen stellten sich auf und ein elektrisierendes Kribbeln jagte durch meinen Körper. Sogar mein Hund Keks jaulte leise vor sich hin, wagte aber nicht sich von mir zu entfernen.
Trotz aller Warnsignale ging ich weiter auf das Ungetüm zu. Im leichten Dämmerlicht wirkten die grünen Lichter an den Bruchstellen wie Scheinwerfer. Sie zogen mich magisch an.
Ich war nur noch eine Armlänge entfernt, als sich das monotone Geräusch veränderte, leiser, aber auch schneller wurde. Wie das Schlagen eines Herzens.
Plötzlich krachte es.
Keks bellte und winselte zugleich. Ich wich erschrocken zurück, kam ins Straucheln und stürzte. Entsetzt beobachtete ich, wie sich das Ungetüm von selbst flickte, dennoch starrte ich fasziniert hin. Es ließ mich einfach nicht los.
Ein Donnern, ein letztes Krachen und Quietschen, dann war alles still. Kein Geräusch drang mehr durch die Dämmerung. Nichts. Rein gar nichts!
Unheimlich!
Ich schluckte schwer und wurde mir erst jetzt meiner dämlichen Aktion bewusst. Ganz langsam erhob ich mich und ging zurück. Mein Hund folgte mir mit eingezogenem Schwanz.
Auf einmal packte mich etwas am Arm und wirbelte mich herum. Ich schrie vor Schmerzen. Keks knurrte, dann jaulte er gequält auf. Ich nahm aus dem Augenwinkel wahr wie er davon jagte. Gut so. Lauf!
Ich wurde zu Boden gedrückt, das Gesicht in die aufgewühlte Erde und dann an den Beinen zu dem Ungetüm zurück geschleift. Ich wollte um Hilfe rufen, mich wehren oder einfach nur weinen, aber ich war wie erstarrt. Ein sengender Schmerz weitete sich von meiner Schulter in den gesamten Körper aus.
Das durfte nicht sein. Das durfte nicht wirklich passieren!
‚Wach doch auf, Maya, wach auf!‘, befahl ich mir in Gedanken. Doch das war kein Traum. Es geschah wahrhaftig.
Das schwere Ungetüm, das ich eben noch so bewundert hatte, verschluckte mich samt meinem Angreifer. Grünes Licht, ein schlagendes Herz… mein Schrei, als ich unsanft in die Höhe gerissen wurde.
Sekunden später befand ich mich an eine Wand gefesselt. Mein Kopf wurde an den Haaren zurückgezogen. Es tat höllisch weh. Mein Puls raste. Ich wollte hier weg. Ich wollte nach Hause. Warum hatte ich mich von diesem verdammten Ungetüm anlocken lassen?
Und dann war er da. Ein Soldat… Krieger… in einer metallisch glänzenden Ausrüstung. Er trug einen undurchsichtigen Helm mit einem Visier, in dem ich mich selbst spiegelte. Während das Monstrum um uns herum zu vibrieren begann, kam er Schritt für Schritt auf mich zu, bis nur noch eine Handbreit zwischen und Platz war.
Ich zitterte. Tränen rannen an meinen Wangen hinab und ich versuchte mich noch dichter an die Wand in meinem Rücken zu pressen.
„Bitte…“, flehte ich.

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