Tag 3: An der Supermarktkasse

Es war ein früher Nachmittag an einem frischen Frühlingstag. Um diese Tageszeit war der Supermarkt immer recht spärlich besucht. Die Mittagspausen der meisten Leute war bereits vorbei, die Mütter waren zu Hause mit ihren Kindern und die Pensionisten hielten ihren wohlverdienten Mittagsschlaf. Ich saß hinter Kasse 3 und begutachtete meine Fingernägel. Die letzte Maniküre lag schon etwas zurück. Aber wem interessierten schon meine Fingernägel. Im Augenwinkel sah ich, dass sich jemand auf die Kassa zubewegt. Ein etwa 19 jähriger Junge begann seine Einkäufe auf das Förderband zu legen. Ich setzte mich gerade hin und wartet bis die Dinge in meine Reichweite kamen. Dabei nutzte ich die Gelegenheit ihn mir genauer anzusehen. Er hatte etwas sehr attraktives. Sein etwas staubiges Hemd war an beiden Armen hochgerollt und gab den Blick auf die Tätowierungen darauf frei. Es sah so aus, als ob er direkt vom Arbeiten käme, leicht verschwitzt und etwas dreckig. Gerade so viel, dass es noch irgendwie sexy wirkte. Er kaufte eine Packung Toastbrot, 6 Eier, Butter, Marmelade. Alles was man für ein schönes Frühstück so braucht, dachte ich mir. Dann kam ein Bund Bananen und als ich diesen aufhob, um ihn abzuwiegen, lag darunter noch ein Päckchen Kondome, gefühlsecht, und eine Packung Batterien. Ich spürte, wie meine Wangen rot wurden und vor Hitze glühten. Mit gesenktem Blick murmelte ich die Endsumme und sah dann schließlich doch hoch. Genau in die tiefblauen Augen des Jungen. Er zwinkerte mich frech an und machte ein schnalzenden Geräusch. „Dass die Energie nicht ausgeht, in der Nacht!“ grinste er mich schelmisch an, während er mir das Geld in die Hand drückte. Ich kramte das Wechselgeld aus der Lade und gab es ihm eilig. Mein ganzes Gesicht pochte vor Aufregung und ich wollte mich am liebsten verkriechen. „Bis bald, Madame!“nickte er mir entgegen und verschwand, die Einkäufe auf beiden Armen verteilt, hinaus.

Tag 2: Es war einmal …

Es war einmal ein Junge namens Leonhard. Jeden Tag hatte er neue Ideen, ging voller Tatendrang in die Welt hinaus. Er schaffte es immer wieder, dass seine Freunde sich seinen Abenteuern anschlossen. Und es zahlte sich jedesmal für sie aus. Es waren Abenteuer von der Sorte, wie man sie seinen Kindern und Enkeln erzählt. Eines Tages aber war alles anders. Er kam nach Hause und etwas stimmte ganz und gar nicht. Deshalb ging er nur sehr zögerlich ins Haus. Seine Mutter kam ganz überfürsorglich auf ihn zu, zerwuselte sein Haar und küsste ihn vermeintlich liebevoll auf die Stirn. „Leonhard, mein Lieber, setzt dich doch ein wenig hier her zu mir!“ säuselte sie. Da war etwas faul, sehr, sehr faul nämlich. Normalerweise war sie kühl und distanziert und interessierte sich nicht wirklich für Leonhard. Deshalb war von Anfang an klar: hier ist etwas im Busch. „Mein Schätzchen, ich mache es kurz. Ich habe mich von deinem Vater getrennt. Er hat bereits seine Sachen gepackt und ist weg. Wahrscheinlich findest du das jetzt nicht sehr witzig, aber du kommst schon darüber hinweg…Jetzt bist du der Mann im Haus. Du hast ja seine Handy Nummer, wenn du etwas von ihm brauchst oder dich mit ihm treffen willst. Ich fahre jetzt zu Tante Mari. Bis dann!“ sprach sie, wuselte Leonhard nochmal durchs Haar, schnappte sich im vorbeigehen ihre Handtasche und Autoschlüssel und verschwand durch die Haustüre. Der 8jährige fühlte sich wie in einer Wattewolke und obwohl er alles gehörte hatte, was seine Mutter zu ihm sagte, konnte er es nicht verstehen. Bis sich schließlich die Wattewolke auflöste und da liefen ihm Tränen über die Wangen und er begann zu schluchzen.

Tag 1: Brief an die Zukunft

Hallo, liebes zukünftiges Ich!
Ich werde etwas schreiben, eine Geschichte, vielleicht wird es auch ein Roman oder gar ein Epos.
Es soll die Geschichte der Suche nach DER Liebe werden und gleichzeitig beschreiben, wie sich die Vorstellung davon im Laufe der Zeit und des Lebens verändert. Deas Leben soll die Inspiration dazu sein. Wie oft habe ich schon gesagt: „Ich werde einmal ein Buch über dein Leben schreiben!“
Ich möchte die Höhen und Tiefen, die Hoffnungen und Enttäuschungen darstellen; zeigen, dass jede Medaille zwei Seiten hat und es immer mehrere Wahrheiten gibt. Das Leben und die Liebe haben viele Schattierungen und nicht nur Schwarz-Weiss.
Ob die Geschichte eine Happy End haben wird, kann ich im Moment noch nicht sagen. Irgendwie hab ich so das Gefühl, dass es ein variables Ende wird.
Jetzt sitzte ich hier und plötzlich wird es ernst. Macht mir auch ganz schön Angst! Es soll ja keine Biographie werden, sondern eine fiktive Geschichte. In meinem Kopf sind schon einige Passagen vorhanden und jetzt werde ich daran gehen, sie dort heraus schreiben.
Aber wo fange ich an und wie setzte ich das Puzzle am Besten zusammen? Ich werde beginnen und Schritt für Schritt wird das Bild entstehen. Mit jedem Satz den ich schreibe, werde ich neugieriger auf die Geschichte. Vor allem: was wird Dea dazu sagen? Werden ihr meine Ideen gefallen. Um das alles herauszufinden, muss ich jetzt beginnen und sehen, was da so herauskommt!
Ich bin gespannt!
Alles Liebe
Deine heutiges Ich

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