Tag 29: Die Vorahnung

Dies ist das Vorahnungselement meiner Geschichte:
Erinnerung

Und so stelle ich mir vor, das Element in meiner Geschichte einzubauen:
Verena fliegt zum zweiten Mal in ihrem Leben nach New York. Vor dem Check-in-Schalter erinnert sie sich ganz intensiv an jenen Tag, als sie das erste Mal dorthin geflogen ist. An den Abschied von Matthias. Plötzlich riecht auch die Luft so wie das Parfum, das er damals trug.
Verena ist eine der ersten an Bord des Flugzeuges. Der Platz neben ihr bleibt bis wenige Minuten vor dem Abflug leer. In letzter Sekunde hetzt ein junger Mann herein. Es ist Matthias und er hat den Sitz rechts von ihr gebucht.

Tag 28: Der Zwilling

Tag 28 – Storytelling Adventure Month

Dialog mit der Zwillingsschwester (Anna)

„Kann ich dir etwas helfen?“ fragt Anna, die ihrer Schwester beim geschäftigen Treiben in der Küche zusieht, obwohl sich der kleine runde Tisch längst unter der Last der Obstschale und der Müsliboxen biegt.
„Nein, danke.“
„Dann setz dich doch her zu mir.“
Verena blickt über ihre Schulter nach hinten und sagt: „Der Kaffee fehlt noch.“
„Seit wann trinkst du denn Kaffee?“
„Seit einem Jahr.“
„Aber das solltest du doch gar nicht.“
Verena beißt sich auf die Lippe. Natürlich sollte sie nicht. Aber man sollte viel nicht. Und er hilft nun mal sehr verlässlich, den Appetit zu zügeln.
„Ich nehme einen Orangensaft“, sagt Anna: „Falls du so etwas in deinem Kühlschrank findest.“
„Klar. Eva und Sabine haben sicher nichts dagegen.“
Verena stellt ein Tetrapak auf den Tisch.
„Da ist Zucker drin. Das ist ganz schlecht“, sagt Anna.
Verena zuckt die Schultern und stellt den Orangensaft zurück in den Kühlschrank.
„Was führt dich zu mir?“
„Nicht was, wer: Du.“
„Das glaubst du ja selbst nicht. Lässt vier Jahre nichts von dir hören und kreuzt dann mitten in der Nacht bei mir auf. – Woher hast du überhaupt meine Adresse?“
„Von Mama.“
Verena hebt die Augenbrauen fast unmerklich und schenkt sich eine große Tasse Kaffee randvoll ein.“
„Wo warst du all die Jahre?“
„Als ob dich das interessieren würde.“
„Würde ich sonst fragen?“
„In Thailand.“
„Und bist dort am Strand gelegen.“
„Nein. Ich habe gearbeitet.“
Verena rührt in der Tasse, obwohl sie kein Körnchen Zucker hineingegeben hat.
Anna greift zu einer Banane, schält sie und legt die Schale auf das leuchtend weiße Tischtuch.
Verena zuckt kurz zusammen.
„Ist was?“ fragt Anna.
„Nein.“
„Hast du ein Nervenleiden?“
„Wir waren eigentlich bei einem anderen Thema. Was hast du wirklich in Thailand gemacht?“
„In einem Hotel auf Kho Samui gearbeitet.“
„Und warum bist du nicht dort geblieben?“
Annas Hände beginnen zu zittern, als sie sagt: „Ich fliege nächste Woche wieder zurück.“
„Na dann.“
Anna kaut an ihrer Banane. Verena beißt in einen Apfel und spült das zu Mus zerkaute Stück mit einem Schluck Kaffee hinunter.
„Ach, was soll’s. Gib mir auch einen Kaffee“, sagt Anna.
Verena schenkt ihr eine halbe Tasse voll ein. Anna gibt zwei Löffel Zucker in die Tasse.
„Hast du auch Milch?“
„Ich nicht, aber Sabine oder Eva.“
Verena stellt ein Kännchen mit Milch auf den Tisch. Und Anna rührt nun den Milchkaffee behutsam, damit nichts auf das Tischtuch schwappt.
„Ich wollte dich noch einmal sehen. Wer weiß, ob ich noch einmal die Chance dazu habe.“
„Wovon redest du?“, fragt Verena.
„Schau dich an. Du bist ja nur noch Haut und Knochen. Und dann trinkst du auch noch Kaffee. Du legst es wohl drauf an, vorzeitig zu gehen.“

Tag 27: Die Storymap

Es wird wahrscheinlich eine short story werden. Daher gibt es auch nicht viele Personen (vergleichbar einem Kammerstück). Es ist nur ihr nächstes Umfeld, das in der Geschichte eine Rolle spielen wird.

Tag 26: Das Blatt der Zeit

Mein zufällig gewählter Textabschnitt ist aus dem Buch: »Wald (von Doris Knecht)« (S. 133, Z. 12 ff).

Klar, dass es in der Gegenwart spielt. Durch die gewählte Zeitform, das Handy und die Namen.
Die Zeit vergeht realistisch, denn genauso lang würde ich wohl auch benötigen, um drüber nachzudenken, wer gerade anruft.
Sie führt ein gedankliches Selbstgespräch, das in einer solchen Situation durchaus Sinn macht (vor allem, wenn man ihre – Marians – Situation kennt).
Ins Gegenteil kippen, hieße für mich, die Zeit schneller vergehen lassen: Dann sinniert sie nicht, sondern greift sofort zum Telefon. Oder langsamer vergehen lassen: Da würde der Monolog noch um Facetten aus älteren Erfahrungen z.B. mit Kim bereichert werden.

Tag 25: Die Erzähler

Perspektive: Fremde Außerirdische

Der Tag, als ich auf diesem Planeten strandete. Den werde ich nie vergessen. Die erste Person, die ich sah, als ich mich durch das Geäst eines Baumes gekämpft hatte, war so ein junges Mädchen. Sie wirkte so wie alle Mädchen, die ich in der Dokumentation im Archiv der Planetenbibliothek bei uns gefunden hatte. Also durchschnittlich. Nicht zu groß, nicht zu klein, nicht zu schön, nicht zu hässlich, nicht zu dick, nicht zu dünn.

Mein Auftrag lautete, mich an ihre Fersen zu heften und ihr Leben bis zu jenem Zeitpunkt zu beobachten bis sie selbst Kinder hatte. Dazu kam es jedoch nie, in den vielen Jahren, die ich auf diesem für mich äußerst langweiligen Planeten verbringen musste.

Zum Glück verging die Zeit auf der Erde schneller als bei uns zu hause, dennoch war es die ödeste Zeit meines Lebens. Vor allem ab jenem Zeitpunkt, da sie anfing, sich selbst das Leben nehmen zu wollen. Wie? Da hatte sie eine sehr gefinkelte Idee. Niemand bei uns auf Taurus hätte so etwas jemals auch nur angedacht. Sie verweigerte das Essen. Aber erst nachdem sie vorher ordentlich an Gewicht zugelegt hatte und beinahe zu einer unansehlichen Kugel geworden war.

Ich setzte mich unsichtbar auf ihre Schulter. Denn das wollte ich – neugierig geworden – aus nächster Nähe beobachten. Als ich aus all dem nicht schlau wurde, denn ihr Magen knurrte wie wild, da schlich ich mich in ihre Gedanken. Und hatte innerhalb kürzester Zeit eine ganz seltsame Stimmung. Ich fühlte mich wie von dunklen Wolken umhüllt.

Eines Tages fiel sie auf dem Weg in die Schule wie tot um. Da brach ich das Beobachtungsexperiment ab. Ich wollte nicht Zeuge der Auslöschung einer Spezies sein. Denn ein Freund hatte mir berichtet, dass auch sein Mädchen das Essen verweigerte und eines Tages umgefallen war.

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