Tag 7: Von Konflikten und Lösungen

Der Protagonist steht vor einer wichtigen Entscheidung, die sein ganzes Leben verändern wird. Es um seine berufliche Zukunft. Welchen Weg soll er einschlagen? In seinem Job bleiben? Ins Ausland gehen? Nach Indien oder in die USA? Das Unternehmen wechseln und wenn ja, in welches?

Jede Tür entspricht einer Möglichkeit. In einem Fantasiespiel wird er mehrere Türen öffnen, hineinschauen, um zu sehen, was die Zukunft bringt. Manche wird er sofort zuschlagen, bei anderen wagt er sich hinein. In manchen Räumen empfindet er Angst, in anderen Begeisterung. Welche Tür wird er wählen und wofür wird er sich entscheiden?

Tag 6: Jeder Geschichte ihren Titel

Die Geschichte vom Lametta

Weihnachten 1985. Die 7-jährige Luise träumt vom allerschönsten Tannenbaum. Groß soll er sein, mit vielen kräftigen Nadeln und grün. Wie in dem Lied „Oh Tannenbaum“. Jedes Jahr war sie mit ihrem Papa auf dem Weihnachtsmarkt, um den Baum gemeinsam zu kaufen.

Aber dieses Jahr würde alles anders sein. Papa war jetzt im Himmel. Und Mama furchtbar traurig. Wenn sie einen schönen Baum hätten, wäre Mama vielleicht wieder fröhlich. Deshalb überlegte sie, wie sie das Geld für den Tannenbaum zusammenbekommen könnte. Sie begegnete Menschen, die ihr halfen, Menschen, die ähnliches erlebt hatten wie sie. Würde es ihr gelingen, ihren Traum zu erfüllen?

Tag 5: Die Würfel sind gefallen

Emily spazierte durch den Grasecker-Park. Sie liebte diese Umgebung, vor allem die kleine Brücke, die über den Bach führte. Oft stand sie am Ufer und blickte den Lauf des Baches hinaus. An diesem Tag entdeckte sie eine Herde Schafe, die weiter oben am Ufer grasten. Die wolligen Tiere standen eng beeinander, glucksten und frasen das frische, grüne Gras.
Plötzlich zischte etwas vor Emilys Kopf vorbei. Haarscharf! Beinahe wäre sie getroffen worden. Wovon eigentlich? In dem Baumstamm am Ende der Brücke fand sie die Lösung. Ein Pfeil steckte zwischen den dicken Rindenstücken. Wer den wohl abgeschossen hatte? Sie blickte in die entgegengesetzte Richtung. Dort stand ein junger Mann. Er trug lilafarbene Strumpfhosen und einen seltsamen Umhang um die Schultern. In den Händen hielt er einen Bogen. Auf seiner Brust leuchtete ein hellgelber Blitz. War Karneval nicht schon längst vorbei?
„Sorry, ich wollte dich nicht treffen. Bin noch nicht so geübt.“ Der Action-Held sprach.
„Was machst du hier? Und was soll dieser komische Aufzug?“
Emily zeigte auf sein Kostüm.
Der junge Mann kratzte sich am Kopf. „Ich habe eine Wette verloren.“
„Eine Wette?“ Emily verschränkte ihre Arme vor der Brust und zog die Augenbrauen hoch.
„Ja.“ Der junge Mann druckste herum. „Das ist echt so peinlich. Meine Kumpels und ich haben ein Wettlaufen veranstaltet. Aber nicht, was du vielleicht denkst.“
„Und was denke ich denn?“ Emilys Augenbrauen rutschten immer höher Richtung Haaransatz.
„Naja, nicht wir sind gerannt, sondern unsere Schildkröten.“
„Schildkröten? Pah.“ Emily stützte ihre Arme auf dem Brückengeländer ab und blickte in die Tiefe. Sie lauschte dem Rauschen des Wassers. Der junge Mann näherte sich ihr, stellte sich neben sie.
„Meine Schildkröte hat das Laufen verloren. Und mein Einsatz war, dass ich einen Tag als Superheld verkleidet im Park herumrenne.“
Emily schaute ihn mit großen Augen an. Dann prustete sie los. Sie hielt sich den Bauch, so sehr schmerzte das Zwerchfell vom Lachen. Mit der Hand schlug sie immer wieder auf das Brückengeländer.
Der junge Mann starrte sie an.
Als Emily sich ein wenig beruhigt hatte, richtete sie sich auf. „Ich glaub, darauf brauch ich jetzt einen Cocktail. Kommst du mit?“

Tag 3: An der Supermarktkasse

Da stand sie plötzlich. Eine kleine Frau mit einem durchdringenden Blick. Sie musste um die 50 sein, vielleicht auch älter. Ich saß an meiner Kasse und beobachtete, welche Artikel sie aufs Band legte. Ich machte mir immer einen Spaß daraus, an den gekauften Artikeln festzustellen, ob die Leute Singles waren oder nicht, ob sie allein wohnten oder mit anderen, ob sie nur etwas vergessen hatten oder ihren großen Wocheneinkauf erledigten, ob sie sich gesund ernährten oder nicht. Doch diese Frau war anders. Sie legte ein buntes Sammelsurium an Waren auf das Band, was mich in Staunen versetzte. Sie nahm 12 Zahnbürsten aus dem Korb – eine für jeden Monat? Oder kamen alle ihre Enkel gerade zu Besuch? Sie hatte außerdem drei Tuben Tomatenmark – das italienische natürlich – gekauft. Putzte sie ihre Zähne etwa mit Tomatenmark? Seltsame Menschen gibt’s. Und dann lagen da noch 5 Päckchen Butter. Hm, klingt irgendwie nach großer Fete. Kuchenbacken und so. Aber wer weiß?! Dann legte sie ein Päckchen Spinat auf das Band. Hm, nur ein Päckchen? Das ist ja schon fast seltsam. Zahnbürsten, Tomatenmark, Spinat und Butter. Fehlen nur noch die Nudeln. Dann sind es sicher doch die Enkel, die zu Besuch kommen. Nudeln mögen doch alle Kinder, aber Spinat?! ALs letztes legte sie ein Päckchen Gefrierbeutel auf das Band. Wahrscheinlich wird sie damit die Reste einfrieren.
Ich hab sie nicht gefragt, aber ich glaube, sie ist eine Künstlerin. Die Butter ist die Masse, mit der sie arbeitet. Und Tomatenmark und Spinat färben die Butter. Daraus formt sie Figuren. Die Zahnbürsten dienen als Werkzeuge. Und damit alles hält, muss es geschützt in die Gefriertruhe. Vielleicht hat sie ja sogar Videos auf YouTube von ihrer Kunst. Da muss ich gleich mal nachschauen.

Tag 2: Es war einmal …

Es war einmal ein Krokodil namens Günibert, das mit seiner Familie in der Kanalisation lebte. Jeden Tag kroch es durch die engen Gänge auf der Suche nach besonderen Schätzen: Schlüssel, Spielzeug oder Telefone. Diese sammelte es in einer Truhe in seinem Zimmer. Das lag direkt unter dem Naturgeschichtlichen Museum, zweite Abbiegung links. Eines Tages aber hörte Günibert ein seltsames Röcheln, als er auf dem Treppenabsatz balancierte, um sein Gleichgewicht zu trainieren. Er spitzte seine Ohren, weitete die Augen, damit er in der Dunkelheit besser sehen konnte. Und da entdeckte er ihn: einen kleinen Fisch in schillernden Farben. Er lag etwas abseits am Ufer und atmete schwer. Günibert lief sofort zu ihm hin, nahm ihn in die Hand und lauschte seinem schweren Atmen. Er betrachtete ihn von allen Seiten. Noch nie hatte er ein solch seltsames Wesen gesehen. Normalerweise war hier unten alles dreckig und grau. Vorsichtig drückte er auf den keuchenden Bauch. Da flüsterte der Fisch „Bitte, bring mich zurück ins Wasser.“ Günibert ließ den kleinen Fisch vor Schreck fallen. Er plumpste in den Schlamm und kullerte ins Wasser. Der Fisch keuchte immer noch. Das Wasser war nicht salzig genug. Er müsste dringend zurück ins Meer. Günibert tat der kleine Fisch leid.
Deshalb entschied er sich, den Fisch zurück ins Meer zu bringen. Er kramte aus seiner Schatztruhe einen Beutel hervor, füllte ihn mit frischem Wasser, gab etwas Salz hinzu, das er in der Küche fand und legte den Fisch hinein. Dann knotete er den Beutel zu, packte seine Sachen und begann eine abenteuerliche Reise. Dem Fisch mit Namen Maximo ging es in dem Beutel viel besser.
Deshalb begannen sie zu reden. Maximo erklärte Günibert, wie das Meer aussah, erzählte ihm seine Geschichte von dem Leben im Aquarium. Auf ihrem Weg begegneten sie Helfern, die ihnen den Weg zeigten, und Gegnern (einer Flutwelle, Sackgassen, falschen Freunden), die sie vor Herausforderungen stellten.
Bis schließlich das ersehnte Meer in Reichweite kam. Günibert konnte es förmlich riechen, die Frische, den Salzgeruch. Er hörte das Kreischen der Möwen. Er befreite Maximo aus dem Beutel und entließ ihn in die Weite des Ozeans. Er selbst überlegte, ob er zu seiner Familie zurückkehrte oder neue Abenteuer erleben wollte, zum Beispiel in Amerika seine Verwandten zu besuchen.

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