Tag 10: Das erste Aufeinandertreffen

Konzentriert starre ich auf die Fahrstuhltür. Warum geht das denn nicht schneller? Sein Blick brennt sich in meine Haut und lässt sie sich anfühlen wie schmelzendes Wachs. Ich hätte die Treppe nehmen sollen, aber wenn ich jetzt gehe, wird er das sicher auf sich beziehen. Noch immer sieht er mich unentwegt an und noch immer richte ich den Blick fest auf die Türen, die ich im Stillen anflehe, sie mögen endlich auf gehen.
„Kann ich dir helfen?“, rutscht es mir irgendwann heraus. „Was guckst du so?“
Er antwortet nicht, dafür stiehlt sich ein leises Grinsen auf sein Gesicht. Ich kann nicht verhindern, dass ich wütend werde.
Endlich kommt der Fahrstuhl. Mit einem lauten und ziemlich unmelodischen Pling gleiten die Türen auseinander. Ohne mich noch einmal umzusehen, betrete ich die Kabine und lehne mich dann mit verschränkten Armen an den Spiegel.
„Dreizehn?“, fragt er höflich. Ich nicke. Was er kann, kann ich auch. Er drückt den richtigen Knopf und stellt sich dann neben mich.
„Was soll das werden?“ Mit hochgezogenen Augenbrauen deute ich auf den kaum vorhandenen Abstand zwischen uns. Wir kennen einander doch gar nicht. Ist es nicht ziemlich dreist, sich einfach so dicht neben mich zu stellen?
Plötzlich gibt es einen lauten Knall und die Kabine fällt nach unten. Das Licht geht aus und die Bremsen greifen mit lautem Quietschen. Mit einem Ruck halten wir an. Flackernd geht die Lampe über unseren Köpfen an, die wahrscheinlich vom Notstrom in Gang gesetzt wurde.
„Angst?“, fragt er und legt mir einen Arm um den Körper. „Keine Sorge, ich beschütze dich.“
„Lass das!“ Unwirsch mache ich mich von ihm los. „Rück mir nicht so dicht auf die Pelle! Ich kenne dich überhaupt nicht.“
Er sieht mich an und wieder huscht ein Lächeln über sein Gesicht. „Das wirst du noch. Vielleicht sogar früher als dir lieb ist.“

Tag 9: Was ist eigentlich Glück?

Sie liegt auf der Seite, das Gesicht mir zugewandt, die Augen geschlossen. Ihre Beine hat sie an den Körper gezogen, eine Hand unter die Schläfe geschoben, so als wolle sie damit ein Kissen ersetzen. Ich könnte sie die ganze Nacht lang einfach nur ansehen. Ich werde nicht müde davon. Keine Ahnung, wie lange ich hier bereits sitze, aber es macht auch keinen Unterschied. Das Licht, das durch die verstaubten Fenster der Hütte fällt, wirft immer einen anderen Schatten auf ihren Körper, der sich kaum unter der Decke abzeichnet. Sie ist so schön, dass es mir den Atem raubt. Endlich ist sie wieder dort, wo sie hingehört. Bei mir. Das ist für mich das größte Glück. Das und das Wissen, dass sie mir jetzt niemand mehr wegnehmen wird.

Tag 8: Die Bewerbung des Antagonisten

Hey.

Ich habe gehört, Sie suchen noch einen Antagonisten für ihre Geschichte. Okay, ich werd’s machen. Zwar würde ich mich zwar nicht als Bösewicht bezeichnen, aber ich weiß ja bereits, dass wir beide da unterschiedlicher Meinung sind. Hören Sie. Ich will keine Bezahlung, nun ja, nicht im entgeldlichen Sinne, aber ich möchte sie. Wenn Sie dafür sorgen, dann steht unserer Zusammenarbeit nichts mehr im Wege. Wenn alles gut läuft, dann haben wir am Ende beide was wir wollen: Sie einen Antagonisten und ich endlich freien Zugang zu dem Mädchen, das mir ohnehin schon gehört.

Tag 7: Von Konflikten und Lösungen

Der Mann trägt ein Hemd, er hat also vermutlich einen Bürojob. Seine Mimik verrät uns, dass er in seiner jetzigen Situation nicht glücklich ist. Die vielen Türen stehen sicherlich für verschiedene Möglichkeiten, die er hat, sowohl beruhflich als auch privat. Allerdings sind die Meisten von ihnen geschlossen, also unerreichbar für ihn oder zumindest hält er sie für unerreichbar. Das Konflikpotential besteht darin, dass er erkennen muss, wer er selbst ist, welche Möglichkeiten ihm offen stehen und welche nicht, und für was es sich zu kämpfen lohnt. Er wird sich dabei immer besser kennenlernen und Freunde finden, die ihn auf seinem Weg unterstützen.

Tag 6: Jeder Geschichte ihren Titel

Secrets: Ewa, Phil & Lou

In dem Buch „Secrets: Ewa, Phil & Lou“ geht es um die drei Freunde Ewa, Phil und Lou, die im futeristischen Frankfurt leben. Mittlerweile wurde eine Mauer um die Stadt gezogen und man kommt nur mit der U-Bahn hinaus, wenn man zur Arbeit fährt. Eine Stechkarte kontrolliert genau, ob man sich länger als erlaubt außerhalb Frankfurts aufgehalten hat. Die drei Freunde entdecken bei ihrer Abeit, dass die Menschen in ihrer Stadt überhaupt nicht verseucht sind und beginnen sich zu fragen, warum sie Frankfurt nicht verlassen dürfen. Dabei stoßen sie auf jede Menge Geheimnisse, die ihr gesamtes Weltbild in Frage stellen sollen.

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