Tag 8: Die Bewerbung des Antagonisten

Bewerbung zur Position des Antagonisten

Sehr verehrte Frau Autorin,

Wie mir in einer Ausschreibung zugetragen wurde, sucht Ihr für eine Geschichte aus Eurer Feder zur Stunde einen Gegenspieler. Jemanden, der in der Lage ist Euren Helden Steine und dergleichen in den Weg zu legen. Einen Antagonisten also.
Es ist mein Wunsch diese Stelle anzutreten. Nun werdet ihr Euch nicht zu Unrecht die Frage stellen, warum ihr ausgerechnet jemanden wie mich einstellen solltet. Gewiss habt Ihr zahllose andere Bewerber. Doch wie viele davon können mit gutem Aussehen und scharfem Verstand zugleich dienen?
Was meine Fähigkeiten angeht, bin ich überzeugt, dass Ihr wenig finden werdet, das euch missfällt. Meine Wenigkeit hat schon Götter hinters Licht geführt, da sollten menschliche Protagonisten keine Hürde darstellen.
Möglich auch, dass Ihr wissen wollt, wie meine Methoden aussehen. Bevorzugt arbeite ich mit Tücke und Ränkespielen. Ich spiele Leute mit solchem Geschick gegeneinander aus, dass sie erst merken, welches Schindluder mit ihnen getrieben wurde, wenn es bereits zu spät ist.
Verlangen die Umstände doch einmal mein aktives Eingreifen, so bin ich des Wandelns meiner Gestalt fähig und beherrsche das Element des Feuers. Erwähnte ich schon meine Position als Gott der Flammen?
Ob ich davor zurückschrecke zu töten? Keineswegs! Jedoch mache ich mir dafür ungern selbst die Hände schmutzig. Schergen gibt es überall, man muss nur Ausschau nach ihnen halten und sie mit den rechten Worten locken.

Wie Ihr also seht, bin ich der Stelle durchaus gewachsen und würde hervorragend in die vorgesehene Rolle passen.
Ich würde meinen Kopf verwetten, dass Ihr nicht in der Lage sein werdet, einen Antagonisten zu finden, der für diese Rolle besser geeignet ist.

Ein nein werde ich natürlich nicht akzeptieren.

Hochachtungsvoll,
Loki

Tag 7: Von Konflikten und Lösungen

Der Konflikt der Person in diesem Bild könnte darin bestehen, dass er einen Ausweg sucht. Die Türen jedoch führen alle scheinbar in den selben Raum oder die selbe Welt. Vielleicht auch in verschiedene Versionen der selben Umgebung. Das heißt, dass er sämtliche Türen ausprobieren muss. Dabei weiß er nicht, was sich hinter den Türen befindet. Vielleicht sind einzelne Realitäten schlechter Natur, vielleicht gibt es Realitäten, in denen er nicht existiert. Er muss jene Realität finden, in der ein Ausgang existiert und hoffen, dass dieser Ausgang auch in seine Realität führt.

Möglich auch, dass es immer eine verschlossene Tür, den Ausgang, gibt und er den Schlüssel finden muss.

Tag 6: Jeder Geschichte ihren Titel

Das Restaurant am Ende des Universums

Als Jamie einen schönen Batzen Geld von seinem Großvater erbt hat er die ultimative Idee diesen unverhofften Reichtum zu investieren. Er würde seinen Traum Koch zu werden einfach selbst erfüllen und ein Restaurant eröffnen!
Blöd nur, wenn der dafür gepachtete Zwergplanet am äußersten Ende des Universums liegt und die Kunden ausbleiben. Klarer Fall: Jamie muss Werbung machen. Natürlich könnte er das Interstellare Netzwerk nutzen und eine Anzeige schalten. Doch wer würde auf so etwas reagieren?
Nein, es muss Aufmerksamkeit erregen. Deswegen stellt Jamie einige Leute ein, die den Laden schmeißen, während er sich in seinem Raumschiff auf den Weg quer durch das Universum macht, um überall die Nachricht zu verbreiten.
Jedoch ist es wenig förderlich, wenn man dabei ein Galaktisches Naturerbe vernichtet und ganz nebenbei eine Prügelei mit einem Abgeordneten des Universalen Ministeriums vom Zaun bricht.
Bald findet sich Jamie von der galaktischen Polizei verfolgt und von Umweltaktivisten bedroht.
Eine waghalsige Flucht quer durch die Galaxien beginnt. Als ob das alles nicht genug wäre, taucht auch noch der totgeglaubte Großvater auf, der nun sein Geld zurückverlangt.
Doch über all diese Strapazen verliert Jamie natürlich nicht sein Ziel aus den Augen:
Werbung für sein Restaurant machen und vielleicht auch irgendwann nach Hause zurückkehren.

Tag 5: Die Würfel sind gefallen

Keeth lag lang ausgestreckt im Schatten eines Baumes und hatte die Arme unter dem Kopf verschränkt. Er blickte zu den Ästen hinauf, die den Himmel verdeckten. Felicitaz und er hatten sich schon lange keine Auszeit mehr gönnen können, da es im Moment jedoch ruhig war, nutzten sie den heutigen Tag zum entspannen. Unweit von ihm stand Felicitaz mit ihrer Staffelei umgeben von einer Schafherde, deren Blöken und Hufgetrappel vom Wind den Hügel hinauf an Keeths ohren getragen wurde. Felicitaz ließ den Pinsel über die Leinwand gleiten und schuf ein Abbild dieser von einem Fluss durchzogenen Idylle. Grünes Gras und langsam fließendes, glitzerndes Wasser, über das sich eine steinerne Brücke schwang und an dessen Ufern Schildkröten in der Sonne dösten.
Die Illusion einer heilen Welt, über der sich am Horizont weiße Wolkenberge auftürmten, deren Donnergrollen wie warnendes Knurren klang. Lange würden sie nicht mehr bleiben können. Felicitaz fing bereits an ihre Sachen einzupacken. Keeth seufzte leise, als er sich aufsetzte. Also auf zu neuen Abenteuern und Rätseln.

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