Tag 3: An der Supermarktkasse

Der Traumlose legt seinen Einkauf aufs Band.
Ich betrachte ihn, dabei und werde nur aus meinen Blicken aufgeschreckt, weil sein erster Artikel gegen meine Hand stößt. Eine Packung Tiefkühlessen für eine Person. Hähnchenschnitzel mit Bohnen und Reis. Er scheint allein zu Leben, nur für sich selbst einzukaufen. Für Kochen fehlt ihm vielleicht die Zeit oder die Kreativität. Ich scanne den Artikel. Piep. Der zweite Artikel, eine zweiwöchentlich erscheinende Zeitung für verschiedene Dreamstreamer und ihr Programm. Neumodische Streamer, die andere in ihren Köpfen zusehen lassen, während sie träumen. Vermutlich interessiert er sich dafür, passt ja auch zum Tiefkühlessen. Er lebt allein und sucht Zerstreuung. Piep. Eine Schachtel Zigaretten. Ungewöhnlich, da Zigaretten schon seit Jahren nicht mehr als massenmögliches Suchtmittel gelten. Inhaliergeräte mit verstellbarem Geschmack und verschiedenen Wirkstoffen sind beliebter. Man nutzt sie zur Traumvariierung. Zigaretten gelten als träumerfeindlich… Vielleicht ist er ja kein wirklicher Träumer, sondern nur ein Beobachter. Piep. Der vierte Artikel der übers Band läuft ist einer dieser Miniempfänger mit denen man Träume überall sehen kann. Man verbindet einmal mit seinem Kopf und kann dann unterwegs reinschauen. Die Qualität ist Mittel, aber dafür die Dinger billig. Er würde es vermutlich für die Arbeit kaufen, oder für den Urlaub. Piep. Als letzter Artikel kam eine große Packung Kaffee zur Scanfläche. Er schien jemand zu sein, der wenig schlief und wenig schlafen wollte. Es war klar, dass er keine eigenen Träume zur verfügung stellte. Seltsamer Kerl. Er zahlt bar? Das ist wirklich ungewöhnlich.

Tag 2: Es war einmal …

Es war einmal ein Mann, der nicht träumen konnte, in einer Welt in der Träume begehbar und miterlebbar sind. Jeden Tag sehnt er sich nach eigenen Träumen und verbringt deshalb viel Zeit in anderer Leute Träume. Eines Tages aber findet er sich in einem Traum wieder, den er besser nicht miterlebt hätte. Deshalb wird die Regierung auf ihn aufmerksam und er ein Verfolgter. Deshalb wird er Widerstandskämpfer und findet Gleichgesinnte. Bis schließlich sein Fluch nicht träumen zu können sich als Segen erweist und er das System verändern kann.

Tag 1: Brief an die Zukunft

Lieber zukünftiger Temm,

in meiner Geschichte, die ich schon immer mal erzählen wollte, geht es um eine Welt in der unsere Träume, zum Realitätsraum gehören. Diese werden als Teil des alltäglichen Lebens gesehen, vernetzt und dienen auch dazu anhand der Traumqualität bzw. der Fähigkeit des Träumenden zu Träumen, den sozialen Status zu definieren. Die Welt soll eigene Regeln die auf dem Träumen aufgebaut sind haben. Diese sollen vor Allem als Konsequenz des ernsthaften Betrachtens des Träumens gezogen werden. Beispiele sind schlechte oder bösartige Träume möglicherweise Straftaten und besonders gute Träume vielleicht mediale Ereignisse. In dieser Welt soll ein Charakter existieren der weder schlafen noch träumen kann und diese Lücke nur durch die Träume anderer füllen kann. Er sollte der Protagonist sein, weil er gleichzeitig ein Alleinstellungsmerkmal besitzt und auch spannende Storyelemente in sich trägt. Es wäre spannend zu sehen, wie die Regierung bzw. die Gesellschaft auf ihn reagiert und wie er sich auf die Stabilität des Systems auswirkt. Auf die Idee bin ich gekommen, nach einem schlechten Traum. Dieser war so intensiv, obwohl ich mich nicht mehr daran erinnern konnte, dass ich aufwachte und mich ausgelaugt und kraftlos fühlte. Als ich darüber nachdachte, fragte ich mich wie sich Träume auf mein Leben auswirken und wie es wohl wäre, wenn man Träume teilen könnte, oder diese eine noch größere Rolle spielen würden. Wäre eine Welt in der Träume zugänglich sind eine bessere/schlechtere? Würde es Menschen geben, die ihre Träume streamen würden, wie Youtuber oder könnte man uns über unsere Träume so sehr beeinflussen. Wie würde die Regierung, wie die Kriminalität aussehen. Ich würde gern darüber schreiben, weil der Traum einen Raum der absoluten Kreativität bietet, aber zugleich auch immer eine Bedeutung in der Realität mitsich trägt. Beide Seiten könnten sich in verstärkt literarischer Verarbeitung deutlich machen lassen und vielleicht sogar Erkenntnisse für meine eigene allnächtliche Traumtänzerei bieten. Ich würde außerdem die Freiheit zwischen Science-Ficiton und Freiraum Traum als kreative Symbiose genießen, die mir keine Einschränkung der Storyelemente auflegt. Ich würde mich freuen, wenn du an dieser Geschichte arbeiten würdest.

In egoistischer Liebe,
dein vergangener Temm

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