Tag 13: Vorprogrammierte Konflikte

Konflikt 1:
Alex, welcher sich selbst nicht akzeptiert, muss lernen, dies zu tun.

Konflikt 2:
Er und Sophie müssen beschließen, was aus ihnen werden soll- da sie in einer Beziehung ist und beide auf gemeinsamer Ebene etwas unentschlossen in der Luft hängen (zwischen Freundschaft und mehr)

Konflikt 3:
Sie müssen sich im Klaren sein, ob sie zusammen oder gegeneinander arbeiten.

Konflikt 4:
Er muss ihr die Chance geben, die Wahrheit zu erfahren.

Konflikt 5:
Er muss wieder mit offenen Augen durch das Leben gehen und sich nicht nur zu Hause und in der Arbeit einigeln.

Tag 12: Ein unvorhergesehenes Unglück

„Es ist schwer aus einem Albtraum aufzuwachen, wenn dieser wahr ist.“- Kristin Cashore, Fire

„Was machst du hier?“ Sophie drehte sich auf meine Frage hin zu mir um, ihre grünen Augen funkelten dabei im flackernden Licht des Lagerfeuers.
„Was meinst du?“ Sie ging auf mich zu und lächelte leicht.
Irgendetwas stimmte nicht. Aber ich kam nicht darauf, was genau es war. Meine Gedanken waren merkwürdig vernebelt, und die Wärme ließ mich schläfrig werden.
Ihr Lächeln wurde indes größer, als sie sich auf die Zehenspitzen stellte und mich auf die Wange küsste.
Schließlich lehnte sie sich an mich und flüsterte mir sanft ins Ohr.
„Ich bin natürlich gekommen, um dich umzubringen. Jemand wie du sollte nicht leben!“
Ich zog meinen Kopf zurück, unfähig, ihren Worten zu glauben, da hob sie eine ihrer Hände zum Schlag an. Sie hielt eine Fackel, welche sie nun mit voller Wucht auf mich niederfahren ließ. Ich wich zur Seite aus, aber sie hakte nach, und korrigierte ihre Hand.
Es ging immer weiter. Sie griff an, ich wich aus, während die Flammen um uns herum langsam immer mächtiger wurden, uns einschlossen und ausschlugen. Auch der Rauch wurde dichter. Ich rief Sophie zu, sie solle sich in Sicherheit bringen, ich würde das Feuer sowieso nicht überleben, da leckte auf einmal eine Stichflamme ihren Arm. Sie schrie, taumelte, und fiel in die Flammenwand.
„Sophie!“
Schweißgebadet wachte ich auf. Etwas konfus und verwirrt blinzelte ich in die Dunkelheit hinein. Was? Ich legte eine Hand neben mich. Meine Matratze. Ich lag in meinem Bett.
Halbwegs erleichtert atmete ich aus. Sophie war also nicht gerade vor mir in Flammen aufgegangen. Aber irgendetwas stimmte immer noch nicht…
Da bemerkte ich es plötzlich. Der Rauch. Er war immer noch da. Erschrocken setzte ich mich an den Bettrand und knipste meine Nachttischlampe an. Dichter Qualm zog durch das Zimmer, und verschwand aus dem Fenster in die Nacht hinein. Er zog aus dem Fenster, was bedeutete, dass er aus meinem Haus kommen musste. Verdammt.
Ich ging zum Fenster und schaute hinaus. Es war zu hoch, um einfach zu springen, das würde nur meine Nachbarn alarmieren wenn sie zusähen.
Also schnappte ich mir eine Tagesdecke aus Baumwolle, welche ich für gewöhnlich nutzte um mein Bett ordentlich abzudecken, und öffnete mit ihrer Hilfe die Tür. Halb zurückspringend, erwartete ich, dass mir eine Stichflamme, entgegen schießen würde. Aber als diese ausblieb, beschloss ich mein Glück noch weiter auf die Probe zu stellen. Also nahm ich mein Handy und lief die Treppe hinunter.
Nun konnte ich auch den Brandherd erkennen. In meinem Wohnzimmer brannten meine Vorhänge lichterloh, und mein schöner Sessel war definitiv auch nicht mehr zu retten. So ein Mist, der war antik. Die Flammen hatten sich ihren Weg durch das Zimmer bis zur offenen Küche gebahnt und dort die Theke und meine Stühle zerstört, an meinem Tisch arbeiteten sie noch, bei diesem war die Hälfte verkohlt. Meine Haustür war verschlossen, und das Schloss geschmolzen, na klasse.
Fluchend suchte ich in aller Eile meinen Feuerlöscher und begann, das Unheil zu bekämpfen, während ich gleichzeitig versuchte, mir ein Bild davon zu machen, wodurch dieses zu stande gekommen war. Ich hatte weder Kerzen noch andere Feuer angehabt, elektrische Geräte waren ausgeschaltet gewesen…
Mein Blick fiel auf eine zerbrochene Flasche, dann erkannte ich, dass eines meiner Fenster ebenfalls zerstört war. Ein Molotowcocktail? Im Ernst?
Der Feuerlöscher hatte mittlerweile seinen Dienst quittiert, und ich tat es ihm gleich.
Kopfschüttelnd nutzte ich ihn als Rammbock und durchstieß den kläglichen Rest meiner Haustür.
Endlich im Freien, nahm ich mein Handy zur Hand und wählte die Nummer der Feuerwehr.
Wenigstens war Sophie nichts passiert. Und sie hatte nicht versucht mich umzubringen. Noch nicht jedenfalls.

Tag 11: Ort der Sehnsucht

Alex Bewunderte die Galerie. Er hatte seine erste überstandene Woche des Jobs feiern, aber gleichzeitig etwas Ruhe haben wollen. Deshalb hatte Keith schließlich, wenn auch etwas widerwillig, von seinen Plänen einer großen Feier abgesehen und ihn mit in die neu eröffnete Galerie geschleift.
„Was machen wir hier?“, fragte Alex, normalerweise führte sein bester Freund immer noch etwas im Schilde. Aber er zuckte nur mit den Schultern.
„Es ist eine neu eröffnete Galerie, welche neue Künstler ausstellt, alte Gemälde restauriert und auch verkauft. Es ist ruhig hier, aber nicht langweilig, also dachte ich dir würde es gefallen.“
„O-kay.“, meinte Alex und schaute sich nun um. Die Wände waren weiß und das Gebäude schlicht gestaltet, riesige Leinwände schmückten den ersten Raum aus. „Sonst noch etwas?“
„Ich habe investiert und den Aufbau unterstützt und wollte einmal herausfinden wie es läuft.“
Halb umgedreht, schlenderte Keith durch den Raum und beschaute die Galerie und die Bilder mit prüfendem Blick. Für einen Zuschauer hätte er wahrscheinlich flüchtig und gelangweilt gewirkt, aber Alex kannte ihn gut genug um zu wissen dass er alles genauestens inspizierte.
Seufzend verdrehte er die Augen und begann, sich ebenfalls den Bildern zu widmen.
Die Bilder im ersten Raum waren nicht nach seinem Geschmack. Sie zeigten abstrakte Kunst, es waren sogar ein Rothko und ein Hearing darunter.
„Ich habe noch nie verstanden warum Leute Unmengen an Geld für Vierecke und Strichmännchen ausgeben.“, murmelte er.
Keith, der ihn offensichtlich gehört hatte. Wandte sich ihm erneut zu, während sie weitergingen. „Nun, um ehrlich zu sein ist Rothkos Malart wirklich interessant, wenn man sich einmal näher mit ihr befasst..“, er schien Alex´s Desinteresse zu spüren und fasste den Rest des Satzes kurz. „.. bis zu seinen späteren Arbeiten, die vollständig schwarze Leinwände darstellen, hat er transparente Farbe über der Grundfarbe angebracht und… egal… Und die Strichmännchen waren damals der Gag, weil niemand davor je auf die Idee kam für solchen Unfug Geld zu Verlangen, denke ich. Die Leute waren begeistert!“
Alex hatte nur mit halbem Ohr zugehört. Ein langer Gang schloss sich an das erste Zimmer an, gefüllt mit kleineren Skulpturen und kleineren Bildern, reichend von der Renaissance bis zu Portraitzeichnungen von Picasso. Kopfschüttelnd bahnte sich Alex seinen Weg voran. Wie hatten Keith und die anderen der Galerie es geschafft, an diese Bilder zu kommen?
Der Gang bog um eine Ecke, an der er ruckartig stehen blieb. Es war ein einfaches, simples Bild, welches vor ihm hing, das ihn wie auf magische Weise anzog. Er wusste nicht wieso. Vielleicht lag es an den satten Grüntönen, oder einfach nur daran, dass es das einzige Bild in dem kleinen Zimmer war. Aber er konnte den Blick nicht von dem Werk abwenden. Ein merkwürdiges Gefühl überkam ihn, als würde er es erkennen. Hatte er dieses Bild schon einmal gesehen, oder woran erinnerte es ihn? „Weg im Wald, von Vincent Van Gogh“
Natürlich. Aber da war noch etwas anderes.
„Na, woran erinnert dich das?“ fragte Keith über seine Schulter hinweg und ließ ihn zusammenschrecken.
„An einen der Familienausflüge in meiner Kindheit. Ich war bei meinen Großeltern und wir sind in den Wald gegangen um Beeren zu sammeln.“, begann Alex zu erzählen, ein nostalgisches Lächeln stahl sich auf seine Lippen. „Ich weiß noch, dass sie Angst hatten, ich würde zu weit weglaufen. Sie haben mir erzählt dass es böse Monster dort gäbe die mich schnappen würden wenn es dunkel wurde. Sie erzählten mir Gruselgeschichten von einem, welches Kinder, die er alleine und außer Sicht der Eltern auffindet, mitnimmt und sie dann auskitzelt und sie nur Gesundes zu essen kriegen… Als ich dann irgendwann erkannte, dass alles nur gelogen war, war ich ziemlich wütend.“ Alex kicherte. Keith Miene hatte sich bei dem Wort Monster für einen Augenblick verdunkelt, aber nun lächelte auch er wieder.
„Wir haben immer Blaubeeren gesucht, aber keine gefunden und uns deshalb welche aus der Gefriertruhe im Supermarkt geholt. Aber die Spaziergänge waren immer toll.“
„Also gefällt es dir?“ fragte Keith und nickte zum dem Bild.
„Ja.“, kam die einfache Antwort.
„Gut.“ grinste Keith und Alex ahnte, dass es noch einen Grund gegeben hatte, weshalb Keith ihn hierher schleppte. Nicht dass er es nicht gemocht hatte. „Weil das nämlich dein Geburtstagsgeschenk ist.“
Mit aufgeklapptem Mund starrte Alex erst auf das Bild, und dann zu seinem besten Freund. Dann fasste er sich wieder und nickte nur anerkennend.
„Woher wusstest du eigentlich, dass es mich an etwas erinnern würde?“
„Im ernst? Es ist ein Wald. Den Menschen der noch nie einen Baum sah musst du mir erst einmal zeigen! Natürlich gibt es da irgendwelche Erinnerungen.“

Tag 10: Das erste Aufeinandertreffen

Die Kreuzberg-Firma hatte ihn angenommen. Alex konnte sein Glück immer noch nicht fassen. Er zögerte für einen kurzen Augenblick und ging in seinem Auto sitzend im Kopf noch einmal die Informationen durch. Dann schließlich raffte er sich zusammen und stieg aus. Während er seine Anzugsjacke glatt strich und er zum Eingang des Gebäudes ging, raste hinter ihm ein Auto die Straße entlang und auf den Parkplatz. Das Fahrzeug hielt abrupt, es war eine dunkle Limousine mit getönten Scheiben. Alex schüttelte den Kopf angesichts des waghalsigen Stunts und betrat die Eingangshalle. Alles war edel gehalten und wirkte beeindruckend auf ihn. Säulen aus dunklem Mamor ragten empor, und die Fahrstuhltüren waren vergoldet.
Alex musste in den 4. Stock und wartete geduldig auf den Fahrstuhl. Schon bald gesellte sich eine weitere Person dazu. Es war ein Mann von mittlerem Alter mit dunklem Haar und einem finster dreinschauenden Gesicht. Er trug einen teuren schwarzen Anzug mit einem dunkelblauen Hemd.
Beide beäugten sich gegenseitig, nickten sich dann kurz zu und starrten wieder nach vorne. Ping Die Türen des Fahrstuhls öffneten sich. Alex und der Andere betraten den Aufzug. Der Fremde drückte den Knopf für die 4. Etage und Alex nickte ihm erneut zu, dieses Mal, um ihm zu zeigen, dass die Zieletage dieselbe war.
Der Fahrstuhl nahm Fahrt auf.
Plötzlich gab es einen Ruck und der Aufzug blieb stehen, um kurz darauf schnell zu fallen. Alex´ Magen krampfte sich zusammen, während für einen kurzen Augenblick die Schwerkraft aufhörte zu existieren. Dann kam das Gerät unter quietschenden Notbremsen zum Stehen.
Das Licht flackerte für einen kurzen Moment. Alex und der Andere schauten sich kurz verwirrt um. Dann atmeten beide aus, sie hatten für den Moment des Sturzes die Luft automatisch angehalten.
Der Mann schaute auf seine Uhr, fluchte leise und fummelte an seinem Handy herum, nur um es kurz darauf lauter fluchend wieder wegzustecken.
Alex sah sich indes um, vielleicht gab es ja einen Fluchtweg. Waren solche nicht normalerweise in der Decke?
Ein energisches Klicken ließ ihn wieder hinunterschauen. Der Andere hämmerte entnervt auf die Nottaste ein.
„Komm schon!!“ murmelte er. Offensichtlich war Warten nicht eine seiner Stärken. Er fing an, in dem 4 Quadratmeter großen Aufzug auf und ab zu gehen.
Den Kopf schüttelnd setzte Alex sich in eine Ecke und seufzte. Das war ja ein guter Anfang.
„Verdammt! Ich habe einen wichtigen Termin!“, bellte der Mann und ließ sich nun ebenfalls auf dem Boden nieder, darauf bedacht, zuerst zu überprüfen, ob dieser auch sauber war.
„Gleichfalls.“, sagte Alex, „Heute ist mein erster Arbeitstag…“
Der Fremde schaute auf. „Willkommen im Club.“
Eine merkwürdige Art einen Kollegen kennenzulernen.
„ Alex Kaine.“ stellte sich Alex nun vor und streckte seinem neuen Kollegen die Hand entgegen.
„ Devron Lafraniette“, erwiderte sein Gegenüber und nahm, etwas zögerlich, die angebotene Hand.
Just in diesem Moment erwachte der Aufzug zu neuem Leben.
Ab morgen nehme ich die Treppe, dachte Alex noch, als er schließlich ausstieg und sich auf dem Weg zu seinem neuen Chef machte.

Tag 9: Was ist eigentlich Glück?

„Das Glück beginnt mit Ihnen.“, erklärt irgendjemand in der Werbesendung meines Fernsehers. Ich schnaube etwas verächtlich, das kann doch wohl nicht deren Ernst sein. Was heißt das überhaupt? Mein Blick streift für einen kurzen Moment die Person neben mir. Was bedeutete Glück wohl für ihn?
Ich war glücklich gewesen, als ich nach wochenlangem Lernen eine der zahlreichen Klausuren bestanden hatte. Wenn er darüber redete, schien er sich kaum Mühe fürs Lernen gegeben zu haben. Es schien so leicht zu sein. Um ehrlich zu sein, brachten mir solche Kommentare immer Zweifel. Es war wohl mein Glück gewesen, ihn kennengelernt zu haben, damals im Wahlpflichtfach. Noch mehr Glück, als er plötzlich an einem der Tage neben mir saß. Und ab da öfter. Als ich früher kam und er schon dort war und wir uns unterhielten, und als ich am allerletzten Tag mit ihm ein Stück zusammen nach Hause ging und das Stück sich als sein und fast auch mein gesamter Weg herausstellte.
„Was bedeutet eigentlich Glück für dich?“, frage ich ihn nun, den Kopf leicht geneigt.
Er hält beim lesen inne und richtet seine Aufmerksamkeit auf mich.
„Wie meinst du das?“
„Was macht dich glücklich?“
Er überlegt. Ich sehe vor meinem inneren Auge, wie das Rad in seinem Kopf sich dreht. Schließlich antwortet er.
„Nun. Ich bin sehr glücklich, wenn ich bei meiner Familie bin. Aber ab und zu bin ich es auch einfach nur so. Braucht man denn einen Grund um glücklich zu sein?“
Diese Gegenfrage trifft mich fast noch mehr als der Werbeslogan vorhin.
Was bedeutet Glück? Braucht es einen Grund?

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