Tag 25: Die Erzähler

„Hey, Clara, erinnerst du dich noch an Larkin?“ „Larkin Bailey?“ „Ja, genau die.“ „Hach, sie war so ein süßes Mädchen. Wir haben sie alle geliebt, auch die anderen Kinder, und das, obwohl sie so ruhig und schüchtern war. Und die Geschichten, die sie immer erzählt hat… Sie hatte so viel Fantasie!“ Clara lacht und versinkt in der Erinnerung. „Ein Verlag hat uns ihr Buch geschickt! Aber… Oh nein!“ Tränen schießen in Emmas Augen. „Was ist denn?“ „Sie ist vor ein paar Wochen bei einem Unfall gestorben. Hinten im Buch ist eine Art Brief von ihrem Freund, Raven heißt der. Er dankt Larkin dafür, dass sie das Gute in ihm erkannt hat und hofft, dass sie in seiner Welt glücklich wird. Was soll das denn bitte heißen? Aber er trauert um seine Freundin, da ist sowas wohl normal… Schön, dass er es geschafft hat, ihr Buch zu veröffentlichen. Ich kann immer noch nicht glauben, dass sie tot ist! Mein kleines Mädchen…“ Wieder beginnt Emma zu schluchzen, bis Clara sie in ihre Arme nimmt.

Tag 24: Schritt für Schritt

Ich habe meinen Plot schon geplant und möchte Ideen-Klau vermeiden, deshalb fasse ich das Ganze hier nur kurz zusammen: Larkins PC stürzt an der wichtigsten Szene ihres Buches ab. Sie geht in ihr Lieblingscafé und versucht, sich mit ein bisschen heißer Schokolade abzulenken und neue Ideen zu sammeln. Auf dem Weg nach draußen läuft sie direkt in den Bösewicht ihrer Geschichte – Raven. Der will sie unbedingt davon überzeugen, dass er gar nicht böse ist, was sie ihm aber absolut nicht glaubt. Es gibt immer wieder Streit zwischen den beiden, gleichzeitig kommen sie sich aber immer näher und verlieben sich. (Spoiler: Am Ende stirbt Larkin bei einem Unfall und Raven schreibt sie in ihre eigene Geschichte, damit sie dort „weiterleben“ kann.)

Tag 23: Der Fluch der Mumie

Raven hatte Angst. Früher hatte ihm Dunkelheit nie etwas ausgemacht, und auch sonst war er nie sonderlich ängstlich gewesen, doch nach dem Brand machte er sich ständig Sorgen und befürchtete, dass ihm jemand Böses wollte. Unsicher tastete er sich an den Wänden entlang. Auf einmal stieß er gegen etwas Kaltes. Der Sarkophag! Vor Schreck stolperte Raven nach hinten und fiel über einen kleinen Gegenstand, der auf dem Boden lag. „Verdammt!“ Er versuchte aufzustehen, doch bei jeder Bewegung brannte ein höllischer Schmerz in seinem Bein. Er stöhnte. Das konnte doch nicht wahr sein. Wer auch immer für sein Schicksal verantwortlich war, schien ihn leidenschaftlich zu hassen. Plötzlich ging das Licht wieder an und eine Mitarbeiterin des Museums stand ihm gegenüber. „Ist alles in Ordung mit Ihnen? Brauchen Sie Hilfe?“ „Soll das ein Witz sein?“, murmelte Raven und lehnte sich erschöpft zurück.

Tag 22: Der verlorene Kopf

Larkin blickte sich vorsichtig um. Sie hatte einige Schürfwunden, war aber ansonsten in Ordung. Dann entdeckte sie den Radfahrer, der neben ihr kniete und sie besorgt ansah. „Oh Gott, es tut mir so leid! Ist alles in Ordnung mit Ihnen? Soll ich einen Krankenwagen rufen?“ „Nein, mir geht es gut, danke, aber… was ist denn passiert?“ Der Radfahrer wurde rot. „Ich habe sie mit dem Fahrrad angefahren, als sie zum Haus dort gerannt sind. Es tut mir leid!“ Verwirrt sah Larkin ihn an. „Ich bin was?“ Irgendetwas Wichtiges musste sie dazu bewegt haben, zum Gebäude auf der anderen Straßenseite zu laufen. Larkin vertraute ihrem Instinkt und lief los. Im Treppenhaus kam ihr eine blonde Frau mit blutverschmierten Händen entgegen, die sie geschockt ansah. Bilder blitzten in Larkins Kopf auf und sie erinnerte sich. „Halten Sie die Frau auf!“, rief sie dem Radfahrer zu. „Sie ist eine Mörderin!“ Dann rannte sie nach oben, in der Hoffnung, den Mann noch retten zu können.

Tag 21: Aller Anfang ist schwer

Der Lärm ist unerträglich. Ich kauere mich auf den Boden und halte mir die Ohren zu. Eigentlich wollte ich doch nur spazieren gehen! Wieso muss die Welt denn gerade jetzt untergehen? Dann ist es plötzlich wieder still. Vorsichtig stehe ich auf und sehe mich um. Die Bäume, Büsche, Steine, alles sieht genauso aus wie vorher. Doch als ich mich umdrehe, bleibt mir fast das Herz stehen. Das Ding, das den Lärm verursacht hat, ist riesig. Eine Elefantenherde hätte locker hineingepasst. Aus seinem Inneren leuchtet es grün. Das Metall ist überall verbeult. Offensichtlich ist es vom Himmel abgestürzt. Aber wie kann sowas überhaupt fliegen? Dann kommt mir ein Verdacht. Ist das etwa…? Nein, das kann doch nicht sein. Ein UFO? Energisch schüttele ich den Kopf. Jetzt drehe ich wirklich durch. Ich will schon wieder gehen, als ich den kleinen Hund entdecke, der neben mir sitzt. Er hat kein Halsband und sieht abgemagert und zerzaust aus. „Hey, mein kleiner. Was machst du denn hier? Hat dieser Krach dich auch so erschreckt?“ Ich strecke die Hand nach dem Streuner aus und will ihn ein wenig trösten. Da sehe ich seine gefährlich grün leuchtenden Augen…

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