Tag 1: Brief an die Zukunft

An dich!
Es wird Zeit. Zeit, die Dinge anzupacken. Zeit, sich nicht von der Meinung anderer leiten zu lassen, die meinen, sie müssten dich entmutigen. Schreib die Geschichten, die dir auf dem Herzen liegen. Schreib für Kinder, um sie zu ermutigen, ihnen Hoffnung zu geben. Erzähle ihnen, wie wunderbar sie gemacht sind. Dass jedes von ihnen tolle Fähigkeiten hat. Dass jedes Kind ein Kind Gottes ist, mit einem liebenden Vater.
Schreib diese Geschichte von fantastischen Kobolden in den Bergen. Schreib diese Geschichte über das Kontrabass, das Tablet und die vielen anderen Ideen, die in deinem Kopf herumschwirren.
Beginne mit dem Schreiben. Sei mutig und zuversichtlich, jeden Tag etwas dafür zu tun. Denn dann wirst du nicht nur vorwärts kommen, sondern Erfolge sehen. Und du wirst deine Geschichten fertigstellen und sie nicht als unvollständige Manuskripte in deiner Schublade verschwinden lassen.
Dein Traum war es, vom Schreiben für Kinder leben zu können. Ich hoffe, du bist diesem Traum mittlerweile ein ganzes Stück näher gekommen. Gib nicht auf! Bleib dran! Die Mühe wird sich lohnen.
Nimm auch die Hilfe an, die andere dir anbieten, wenn sie deine Geschichten lesen wollen, dich unterstützen wollen. Sei dankbar für jeden einzelnen Schritt, den du erreicht hast. Und bleib dran, den nächsten und nächsten und nächsten Schritt zu gehen. Bis du deine Bücher veröffentlicht hast. Bis du den Bestseller geschrieben hast, von dem du geträumt hast. Und bis du den Preis gewonnen hast, der dir vorschwebt. Du schaffst das!
Ich denke an dich, bete für dich und wünsche mir, dass dein Traum, unser Traum, wahr wird.
Alles Liebe!

Tag 1: Brief an die Zukunft

Wenn du das liest, dann hast du schon eine Menge geschafft. Und das will ja bei dir einiges heißen. Wie oft fängst du was neues an und schreibst es nie fertig? Wie viele Ideen hast du schon gesammelt und noch keine umgesetzt? Wie oft ergehst du dich in Träumen von einem “ könnte „, statt das du dich hinsetzt und es einfach machst?
Ich weiß, dir fehlt oft der Mut, der innere Kritiker macht es dir schwer, aber ist es richtig aufzugeben ohne angefangen zu haben?
N E I N! Das ist es nicht!!!!!
Also meine Liebe, hinsetzen, den inneren Idioten knebeln und einfach mal machen.
Kann ja nicht schiefgehen 🙂

Tag 1: Brief an die Zukunft

Hallo du,

Ich bin gespannt, wie weit du mittlerweile bist. Vielleicht erinnerst du dich schon gar nicht mehr, wie wir in diese Sache gestolpert sind. Wahrscheinlich war es ein bisschen dieses Video über Lernforschung, dann die Sache mit den luziden Träumen… – Ich glaube, in der ersten Fassung lässt sich das deutlich besser rückverfolgen, aber mittlerweile haben wir uns ja darauf geeinigt, das auszuerzählen. Wahrscheinlich hatte es auch was mit dem Zocken zu tun und mit dem Video über die Oculus. Und mit den Robotern aus A.I. Und dem Seminar bei H.
Ich glaube, diese Quellenangaben könnten wichtig sein für den Fall, dass du mal den Faden verlierst.
Es ist schwierig, über Leute zu schreiben, über die man so wenig weiß wie über Mike und die anderen beiden, die nicht mal einen Namen haben. Wahrscheinlich musst du dich früher oder später doch mehr festlegen, denn du bist halt nicht Kafka.
Falls du mich fragst, was ich im jetzigen damals für die Kernthese des Textes halte, dann würde ich sagen: Es geht um zwei sozial wenig begabte Menschen, die sich mit entgegengesetzten, aber ziemlich abartigen Mitteln selbst zu beweisen versuchen, dass sie von der Welt unabhängig sind. Es geht auch um Pornografie, deren Mittel der Darstellung und deren Utopien, weil Mike darin eine Form der Unabhängigkeit sieht. Es geht um die Minimalbedingungen von psychischem Überleben.
Der Text ist gleichzeitig eine Reflexion über das Schreiben und die Grenzen der Beschreibbarkeit.
Vielleicht hilft dir das, wenn du mal wieder überlegst, wo du konkreter werden darfst, ob du doch noch eine weitere Person einfügst oder wenn du dich mal wieder widerwillig auf Recherche begibst.

Tag 1: Brief an die Zukunft

Liebe Misia,

du hattest diese Idee, die so durchsichtig war und so hybridhaft wie dieses Bild in deinem Tierlexikon, das du als Kind so oft aufschlugst, obwohl die Hochglanzseiten so scharfe Kanten hatten, dass du dir manchmal die Fingernagelmündung verletzt hast. Und dann gab es einen Blutfleck auf der Seite mit dem Axolotl. Das so grinste und in der Luft schwamm. Du lasest, dass es das Tier nur sehr kurz genau so gibt. Sozusagen eine Schmetterlingslarve ohne Schmetterling. Wie den Fischlaich den die Nachbarjungs immer aus dem Teich gefischt und den Hunden in den Futtertrog legten. Sie verschmähten ihn. Wie hätte man auch etwas fressen können, was noch nicht mal das war, was es mal sein sollte?

Du aber ernährtest dich von Erinnerungen. An Zustände, die schon länge so anders sind, dass sie dir fremd sind. Dabei sind sie da. Do denk ich ahn Lück, die ich ähns kannt. Lück, die dir ähns wichtig wore. Und Musik. Und natürlich an Menschen, ja, die Menschen, die waren dann doch so wie früher. ‚Ein 65 jähriger Mann ändert sich nie‘ hat deine Mutter immer gesagt. Sie meinte deinen Vater. Aber das hatte sie schon gesagt als er 40 wurde. Dann ist er verschwunden. Was genaugenommen keinen Unterschied machte, den er war auch mit 40 kaulquappig.

Du hast dir Zutaten gekauft, um Knete selber herzustellen, denn die Knete war zu teuer. Zitronensäure braucht man dazu – das ist erstaunlich, nicht wahr? Für sich genommen, brennt es dir die Haut weg. Und Mehl. Das ist eigentlich ganz einfach. Und Wasser. Was ist wasser doch ein faszinierendes – Element. Überhaupt: Man rührt Dinge zusammen und es ergibt etwas ganz eigenes. Emulgieren wurde zu deinem Lieblingswort eine ganze Weile. Du hattest immer Lieblingswörter seit deine erste große Liebe dir eines geschenkt hat. (Bizarr war das Wort. Wie es lautete? Nun. Eben.)

Erfinderisch warst du schon immer, da brauchte es niemand. ‚Not macht erfinderisch‘ hat den entscheidenden Nachteil, dass man erst mal in Not sein, in Not kommen muss – und dann, dann diese Zustände braucht.

Du hast immer auf die geschaut, die etwas erlebt hatten im Leben. Dann gab es diese Zeit, kurz nach deinem Umzug, als sich abzeichnete, dass es neue Wege geben würde, wo dann diese dunklen Punkte in den Kaulquappen, die nach wie vor in deinen Träumen auftauchten, dir auch in deinem Leben begegneten. Wo du vorher immer vergeblich versucht hattest, bis auf wenige Ausnahmen, diese Leben von früher zu erwecken. Wo du vergeblich versucht hattest, diese Lück die dir ähns wichtig wohre dazu zu bringen, dir zu antworten. Du hast sie gesucht und gesucht und gesucht – die Antworten. Den Halt. Wie früher als Kind, in der Hand den Klumpen an Fischlaich. Man musste nur lange genug hineinstarren, um festzustellen: da, genau an der Stelle wird gleich der dunkle Punkt wachsen. Heute weißt du, es wächst auch wenn du nicht hinschaust. Sie kamen dann zu dir.

Wenn du das hier liest, Misia, wirst du die Geschichte derer kennen, die daraus erwachsen waren.

Tag 1: Brief an die Zukunft

Hallo zukünftiges Ich
„Du musst schreiben!“ drängte A.C. an dem Tag, nachdem du ihr deinen ersten „spoken poetry Text“ zum lesen auspacktest. Tjaaa und das ziehst du hiermit in Erwägung.
Du bist nicht normal. Du bist unter ganz bestimmten Umständen zu einem ganz bestimmten Zweck hier auf der Welt um durch irgendeine Sache mal Menschen die Augen öffnen zu können. Nicht im Sinne einer Belehrung oder eines Ratgebers. Im Sinne von Inspiration, die jeder individuell für sich nutzen kann. Es ist nur eine grobe Vision / Idee, aber die geht dir/mir einfach nicht mehr aus dem Kopf und braucht irgendwo einen Ramen. Vielleicht hast du bei dieser Gelegenheit einen riesen ersten Schritt getan und deine Ziele unter irgendeinem Aspekt verwirklicht. Dann wäre ich super stolz auf dich, denn dann hatte es sich ja gelohnt 27 Jahre lang unter ADS zu leiden, ohne es zu wissen. Jetzt mit der Behandlung siehst du alles in einem neuen Licht wobei sich zeitgleich eine ganze Dimension offenbarte, die bisher verborgen lag. Als hätte eine Oma jahrelang im Hintergrund gespart und keinem was davon gesagt, und irgendwann, aus dem nichts, besteht dein Erbteil aus einer riesen Gold Schatzkammer, randvoll mit Barem, obwohl du nie daran interessiert warst bzw. nur ahnen konntest, mit welchem generellen Wert sowas betrachtet wird. Wirst du hiermit endlich, entsprechendes Ventil gefunden haben? Die Geschichte muss Konfliktreich beginnen. Mitten im Geschehen. Der Protagonist ist ein Mann, der dir momentan sehr am Herzen liegt. Die Beziehung zu ihm ist noch ungewiss. Es knistert, aber beide haben Hemmungen. Wie sind sie motiviert? Fährt man eine Taktik oder bleibt man bei der nackten Wahrheit?

Tag 1: Brief an die Zukunft

Hallo Lorea.
Eigentlich passt diese Idee so gar nicht in dein sonstiges Schema, aber versuchen wir es mal. Laura wird als Baby adoptiert, weil ihre Eltern sich zu jung fühlen, um Eltern zu sein. Mit acht kommt sie in eine Pflegefamilie, wo man sie wieder rauswirft, nachdem sie den Sohn bedroht hat. Sie wird herumgereicht. Als sie vierzehn ist macht sie sich auf die Suche nach ihrer echten Familie und bricht dafür ins Büro des Heimleiters ein. Sie findet eine Adresse und fährt dorthin, um mit ihren Eltern zu reden; hofft, dass die sie vielleicht aufnehmen. Als sie dort ankommt, sieht sie eine glückliche Familie mit einer Tochter (Anna, 6 Jahre). Sie fühlt sich ersetzt. Warum haben sie sie nicht zurückgeholt, statt ein neues Kind zu bekommen (Das haben sie versucht, aber es war eine geschlossene Adoption und wenn sie einfach geklingelt hätte, hätten sie sie aufgenommen, das versucht sie aber gar nicht erst) Laura schmiedet Pläne, um ihrer Schwester, die nichts von ihr weiß, auf die sie aber so eifersüchtig ist, das Leben schwer zu machen. Es entwickelt sich zum Psychospiel das sich weiter hochschaukelt. Als Anna 14 ist, findet sie zum ersten Mal einen Brief in ihrer Lunchbox, darauf steht Ich hasse dich. Sie glaubt, der ist von dem Typen aus ihrem Psychologiekurs, mit dem sie nicht ausgehen wollte und macht sich mit ihren Freundinnen darüber lustig, doch die Botschaften halten an. Irgendwann findet sie eine Puppe von sich mit abgefackelten Kleidern, die Haut leicht geschmolzen. Dabei eine Nachricht: Wenn ich nachts nicht einschlafen kann, dann denke ich über die verschiedenen Möglichkeiten nach, die ich habe, um dich zu töten. Verbrennen bei lebendigem Leib gefällt mir bisher am Besten, was meinst du?
Sie geht zur Polizei und zeigt diesen Typen an, die verhaften ihn. Nennen wir ihn Karl. Als er im Knast sitzt (U-Haft), bekommt sie weitere Botschaften. Da hast du wohl den Falschen beschuldigt, wie fühlt sich das an? Karl kommt frei.
Es gibt ein Mädchen, dass sie öffentlich zu mobben beginnt. Sie scheint Geheimnisse aus Annas Leben zu kennen, die nicht mal ihr selbst völlig bekannt sind. Annas Ansehen fällt ab. Dann wird das Mobber-Mädchen erschlagen am Waldsee aufgefunden, auf ihrer Joggingroute (Sie hatte ein Abkommen mit Laura, die sie mit Informationen versorgt hat. Dann wollte sie aber nicht mehr, weil Laura zu viel verlangt hat und die hat sie umgebracht, damit sie sie nicht verrät)
Man klagt Anna an. Motiv: Rache. Als sich die ganze Sache zuspitzt, weil Anna kein Alibi hat, läuft sie weg und fährt mit dem Bus in einen Ort, in dem sie früher Ferien gemacht haben. Sie hat Karl angerufen, damit er ihr gefälschte Ausweise besorgt (lange honigbraune Haare blond färben, dunkel färben, abschneiden (3 Ausweise, hellblond, dunkel und dunkel-kurz). Er will ihr erst nicht helfen, ringt sich dann aber dazu durch. Im Laufe der Geschichte werden sie zu Freunden.
Es hat eben nichts christliches an sich, aber wer weiß, vielleicht kriegen wir die Kurve.

Jedenfalls viel Spaß damit und wir sehen uns in Zukunft (schätze ich)
😉 Low.

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