Tag 10: Das erste Aufeinandertreffen

Penny schaute an sich runter um sicherzugehen, dass sie sich vor lauter Angst nicht bepinkelt hatte. Wenigstens ihre Blase war aus Stahl im Gegensatz zu ihren Nerven. Ganz langsam blickte sie zu ihrem Mitfahrer.
In der Flackernden Notbeleuchtung konnte sie nicht viel erkennen, ausser, dass er ziemlich gross war, helles Haar und Bartfarbe hatte und dass sie sich ziemlich rabiat in seinen Arm gekrallt hatte.
„Entschuldigung“, sagte Penny schnell und nahm den Arm weg um auf den Alarmknopf zu drücken.
Doch von ihm hörte sie nur ein: „N, n, nnn, n, n, n-nnn, n, n, n, n-nnn.“
Er summte.
Penny musste ihre grauen Hirnzellen ganz schön anstrengen, um herauszufinden was für ein Lied er vor sich hinsummte.
„Deep Purple!“, sagte sie ein wenig zu laut weil sie überrascht war, dass sie die Melodie herausgefunden hatte.
Der Mann neben ihr zuckte zusammen, nickte aber als er merkte, dass sie nicht bedrohlich war.
„Hardrock beruhigt mich“, sagte er leise.
„Warum?“, fragte Penny spontan.
„Platzangst und Höhenangst“, erklärte der Mann.
„Aber Sie sehen doch gar nicht, wie hoch wir sind.“
„Die Vorstellung daran reicht“, antwortete er ihr.
„Wohin wollten sie?“
„Zu einem Vorstellungsgespräch.“
„Ist nicht war, ich auch.“
Penny schwafelte ungehalten vor sich hin, den sie merkte, dass dieses Gespräch sie gerade ungemein beruhigte und den Mann neben ihr vielleicht auch.
Deswegen bohrte sie weiter. „Wo?
„Bei Candrian Chemie und Pharmazie“
„Der Hammer! Ich auch! So viele Zufälle. Glauben Sie eigentlich an Schicksal?“
„Nein“, sagte er bestimmt.
„Schade, ich schon. Es geht nichts übers Schicksal. Ohne Schicksal und Zufall würde man nicht einmal seine Liebe finden.“
„An die glaube ich auch nicht“, sagte er kalt.
In dem Moment hörten sie, wie etwas an der Türe kratzte, dann ging sie einen Spalt weit auf.
Penny konnte einen Feuerwehrmann sehen der sie mit einem freundlichen Lächeln begrüsste.
„Wir holen Sie beide gleich raus.“
„Wie heissen Sie eigentlich?“
Das erste Mal seit sie in diesen wenigen Minuten hier feststeckten, schaute der Mann sie an.
„Rasmus.“
Freut mich Rasmus, ich bin Penny.

Tag 10: Das erste Aufeinandertreffen

„Das geht schnell vorbei.“, stellt Mike beschwichtigend fest.

„Passiert das öfters?“, frage ich verunsichert.

„Ist mir schon zweimal passiert.“, gibt er lapidar zu.

„Wir sind doch noch nicht so lange in dem Gebäude.“

Jetzt sage ich auch schon ‚wir‘. Dabei war ich noch nie dort. Mike hat die Maschinen ohne mich einräumen lassen. Ich habe ihm lediglich gesagt, wo das Bett stehen soll und dabei geholfen, die Farbe der Vorhänge auszusuchen.

„Die reparieren das bestimmt bald.“, erwidert Mike jetzt fast gereizt.

Ich frage nicht weiter.
Also ist doch das Geld der Grund, weswegen wir hier sind. Und nicht, wie Mike es mir vorgeschwärmt hat, die herrlich zentrale Lage.
Er hätte nie eine Wohnung in einem Gebäude mit einem defekten Aufzug gewählt, wenn er etwas anderes hätte haben können.

„Wie läuft das jetzt ab?“, will ich wissen.

Ich sinke in der einen Ecke auf den Boden. Mike lehnt an der Wand, als dürfe er jetzt erst recht keine Schwäche zeigen. Als wäre das ein eigener verdammter Aufzug, der er vor meiner Kritik in Schutz nehmen muss.

„Wir drücken jetzt diesen Knopf. Dann dauert es nur noch fünf Minuten und der Hausmeister kommt.“

„Wir sind doch zwischen den Stockwerken?“

„Das täuscht. Wir sind etwa einen Meter unter der eigentlichen Tür. Wenn der Hausmeister die aufbricht, dann müssen wir uns nur ein bisschen hochstemmen und kommen raus.“

Ich merke eine unterdrückte Wut hinter der scheinbaren Gelassenheit.
Das ist nicht der Mike, wie ich ihn aus der Universität kenne. Dieser hätte sich bei der Zentrale beschwert und die nächsten Mittagessen über nichts anderes fluchen können, als über die Inkompetenz der Verwaltung.

Der jetzige Mike ist still und zittert innerlich vor Ärger.
Weil er keine Wahl hat.

Ich lege den Kopf zwischen die Knie und schließe die Augen. Der Raum dehnt sich aus. Ich bin nicht im Aufzug, ich bin mitten im Universum, in der Nachtschärze. Sterne ziehen an mir vorbei.

„Versuchst du’s wieder?“, fragt Mike kalt.

Meine Augen blinzeln, ohne dass ich es will.

„Versuchst du, dich rauszuträumen?“, fragt Mike herrisch.

Ich hebe den Kopf wieder und starre auf das gewellte Metal der mir gegenüberliegenden Aufzugsseite.

„Da ist er schon.“, murmelt Mike, als es draußen am Metal kratzt.

Erschütterungen laufen durch die Kabine, dann stemmt sich ein Metallstab zwischen die Aufzugtüren und drückt sie auseinander.

„Sie sind mittlerweile ganz schön routiniert.“, entgegnet Mike dem Schwarzen im Blaumann, der über uns kniet und dessen Gesichtszüge im Gegenlicht des Flurlichts kaum erkennbar sind.
Das Gift in der Stimme ist schwer zu überhören.

Der Mann zuckt mit den Schultern. Ich werfe ihm ein Lächeln zu, das eine Art stellvertretende Dankbarkeit für Mike darstellen soll.

Mike klettert vor mir nach draußen. Ich folge nach und schaffe es kaum, ihn einzuholen, weil die Wut seine Geschwindigkeit verdoppelt.

Tag 10: Das erste Aufeinandertreffen

„Oh Gott!“, kreischte das Mädchen neben mir mit dieser typischen Zickenstimme. Sie umklammerte ihre teure Handtasche so fest, dass sich ihre Handknöchel bereits weiß färbten. Auch mein Herz schlug schneller, aber ich machte nicht so einen Aufstand, sondern versuchte mich zu beruhigen.
Ich atmete tief ein und aus, dann meinte ich lächelnd:“Das wird bestimmt wieder. Garantiert fährt er gleich weiter, mach dir keine Sorgen.“
Sie warf mir einen tödlichen Blick zu und giftete:“Ich muss jetzt zu einem sehr wichtigen Bewertungsgespräch! Wenn ich zu spät komme, dann wird meine gesamte Modekarriere den Bach hinuntergehen!“
Ich sah bereits Tränen in ihren von getuschten Wimpern umrahmten Augen glänzen und unterdrückte ein genervtes Stöhnen. Was dachte die denn, wo ich hin musste? Okay, zugegebenermaßen nahm ich das hier kein bisschen ernst und hatte mich nur beworben, weil Simon es wollte.
Ich hob meinen Blick wieder und beobachtete das panische Mädchen, das nun auf allen möglichen Knöpfen herumdrückte. Ich verkniff mir ein Lachen und trat einen Schritt auf sie zu.
Schlechte Idee.
„Lass mich gefälligst in Ruhe! Ich bekomme das auch selbst hin!“, keifte sie und sah mich an, als wollte sie mich mit ihren Haarspangen erdolchen. Gott, ich hatte diese Sorte von Mädchen schon immer gehasst.
„Ich wollte dich nur darauf hinweisen, dass es wahrscheinlich nichts bringt, den Knopf, der uns wieder runter ins Erdgeschoss befördert, zu drücken.“
Doch sie ignorierte meinen Tipp einfach und presste ihre manikürten Finger weiterhin auf denselben Knopf. Ich schüttelte den Kopf und ging rüber zur Sprechanlage, die ich wegen des flackernden Lichts nur schlecht erkennen konnte.
Ich betätigte sie und nach einigem Knacken erklang eine tiefe Stimme aus der Anlage.
„Was kann ich für Sie tun? Gibt es ein Problem?“
Gerade, als ich dem Kerl unser Problem erklären wollte, rief meine nette Aufzugfreundin:“Ich stecke im Aufzug fest! Holen Sie mich sofort hier raus, oder Sie werden Probleme mit meinem Bruder bekommen! Er ist ein sehr guter Anwalt, der sie für den schlechten Aufzug verklagen könnte. Außerdem muss ich jetzt zu einem sehr wichtigen Gespräch, und ich lasse nicht zu, dass ein dummer Aufzug es mir ruiniert!“
Kurz war nichts am anderen Ende der Leitung zu hören, dann fragte der Mann:“In welchem Stock sind Sie denn, meine liebe Dame? Und sind Sie allein?“
Nun schaltete auch ich mich ins Gespräch, da ich befürchtete, Barbie könnte mit ihrer Hysterie dafür sorgen, dass er die Verbindung unterbrach und wir hier drin verreckten.
„Wir sind zu zweit und befinden uns zwischen dem dritten und dem vierten Stock. Der Aufzug ist plötzlich stehen geblieben und nun flackert auch das Licht“, erläuterte ich und hoffte, dass man mir meine Genervtheit nicht aus der Stimme hören konnte.
„Natürlich werden wir Sie beide da raus holen, ich verständige sofort meinen Kollegen. Innerhalb der nächsten paar Minuten sollten der Aufzug wieder funktionieren, meine lieben Damen.“
Ich bedankte mich höflich, doch das ging unter dem gezickten „Aber beeilen Sie sich!“ der ‚lieben Dame‘ mir gegenüber unter.
Mit der Einstellung würde sie heute garantiert keinen Job bekommen.
Doch der Kerl hielt sein Wort, und kurze Zeit später setzte sich der Aufzug wieder in Bewegung.
Ich seufzte erleichtert auf und stellte mir grinsend vor, wie Wanda heute Abend lachen würde, wenn ich ihr von meiner interessanten Begegnung mit Barbie erzählen würde.

Tag 10: Das erste Aufeinandertreffen

„Du bist also Adrian Thorne?“ fragte er ungerührt und musterte den attraktiven Mann, dem er im Aufzug gegenüberstand mit unverholener neugier. „So ist es, und du…“ Adrian Throne rümpfte die Nase. „Du bist einer dieser Menschenwürmer die versucht mir und meinen Untertanen das Leben schwer zu machen“
Noah grinste. „Fast, ich versuche nicht euch das Leben schwer zu machen, ich will euch töten“
Adrian Throne lächelte kühl. „Als wenn so albernes Gewürm wie du in der Lage dazu wäre. Das einzige was du einem vielleicht bieten kannst ist eine Nacht in deinem Bett. Wobei ich fürchte, sogar da würdest du unsereiner nur ein müdes Lächeln kosten.
Noah zuckte lässig mit der Schulter, gegen Provokationen war er nahezu immun. „Ich dachte immer Tiere wie ihr paart auch überall“ schoss er zurück.
„Du dachtest? Wundert mich das ihr denken könnt“ Adrian lachte kühl. „Nun ja, was das angeht, bis jetzt habt ihr mit eurem Denken nichts erreicht.“
Noah zuckte lässig mit der Schulter und wandte sich von ihm ab. Ignorieren konnte er schon immer gut. Er wusste das er Adrian Thorne damit fast zur Weißglut brachte.

Tag 10: Das erste Aufeinandertreffen

Die Kreuzberg-Firma hatte ihn angenommen. Alex konnte sein Glück immer noch nicht fassen. Er zögerte für einen kurzen Augenblick und ging in seinem Auto sitzend im Kopf noch einmal die Informationen durch. Dann schließlich raffte er sich zusammen und stieg aus. Während er seine Anzugsjacke glatt strich und er zum Eingang des Gebäudes ging, raste hinter ihm ein Auto die Straße entlang und auf den Parkplatz. Das Fahrzeug hielt abrupt, es war eine dunkle Limousine mit getönten Scheiben. Alex schüttelte den Kopf angesichts des waghalsigen Stunts und betrat die Eingangshalle. Alles war edel gehalten und wirkte beeindruckend auf ihn. Säulen aus dunklem Mamor ragten empor, und die Fahrstuhltüren waren vergoldet.
Alex musste in den 4. Stock und wartete geduldig auf den Fahrstuhl. Schon bald gesellte sich eine weitere Person dazu. Es war ein Mann von mittlerem Alter mit dunklem Haar und einem finster dreinschauenden Gesicht. Er trug einen teuren schwarzen Anzug mit einem dunkelblauen Hemd.
Beide beäugten sich gegenseitig, nickten sich dann kurz zu und starrten wieder nach vorne. Ping Die Türen des Fahrstuhls öffneten sich. Alex und der Andere betraten den Aufzug. Der Fremde drückte den Knopf für die 4. Etage und Alex nickte ihm erneut zu, dieses Mal, um ihm zu zeigen, dass die Zieletage dieselbe war.
Der Fahrstuhl nahm Fahrt auf.
Plötzlich gab es einen Ruck und der Aufzug blieb stehen, um kurz darauf schnell zu fallen. Alex´ Magen krampfte sich zusammen, während für einen kurzen Augenblick die Schwerkraft aufhörte zu existieren. Dann kam das Gerät unter quietschenden Notbremsen zum Stehen.
Das Licht flackerte für einen kurzen Moment. Alex und der Andere schauten sich kurz verwirrt um. Dann atmeten beide aus, sie hatten für den Moment des Sturzes die Luft automatisch angehalten.
Der Mann schaute auf seine Uhr, fluchte leise und fummelte an seinem Handy herum, nur um es kurz darauf lauter fluchend wieder wegzustecken.
Alex sah sich indes um, vielleicht gab es ja einen Fluchtweg. Waren solche nicht normalerweise in der Decke?
Ein energisches Klicken ließ ihn wieder hinunterschauen. Der Andere hämmerte entnervt auf die Nottaste ein.
„Komm schon!!“ murmelte er. Offensichtlich war Warten nicht eine seiner Stärken. Er fing an, in dem 4 Quadratmeter großen Aufzug auf und ab zu gehen.
Den Kopf schüttelnd setzte Alex sich in eine Ecke und seufzte. Das war ja ein guter Anfang.
„Verdammt! Ich habe einen wichtigen Termin!“, bellte der Mann und ließ sich nun ebenfalls auf dem Boden nieder, darauf bedacht, zuerst zu überprüfen, ob dieser auch sauber war.
„Gleichfalls.“, sagte Alex, „Heute ist mein erster Arbeitstag…“
Der Fremde schaute auf. „Willkommen im Club.“
Eine merkwürdige Art einen Kollegen kennenzulernen.
„ Alex Kaine.“ stellte sich Alex nun vor und streckte seinem neuen Kollegen die Hand entgegen.
„ Devron Lafraniette“, erwiderte sein Gegenüber und nahm, etwas zögerlich, die angebotene Hand.
Just in diesem Moment erwachte der Aufzug zu neuem Leben.
Ab morgen nehme ich die Treppe, dachte Alex noch, als er schließlich ausstieg und sich auf dem Weg zu seinem neuen Chef machte.

Tag 10: Das erste Aufeinandertreffen

Desmond hatte Angst, aber trotzdem versucht er ruhig zu bleiben. Ein gut gekleideter Mann, der mit Desmond eingeschlossen ist, beobachtet Desmond. Er analysiert, mit wem er in dieser schlechten Zeit interagieren muss. Er sagt, „Natürlich. Das wäre zu einfach gewesen.“ und guckt seine Armbanduhr an. „Bitte?“ fragt Desmond. Darnell antwortet, „Ja, heute ist mein erster Tag bei der Arbeit und ich dachte alles wird schön.“ Desmond hat sich zu Darnell umgedreht und sagte fröhlich, dass heute auch sein erster Tag sei. „Keine Sorge! Wir werden aus diesem Aufzug kommen.“ sagte Desmond. Er wollte den Notrufknopf drücken, aber der schnelle Darnell hat den sofort gedrückt und sagt „Ich habe es.“ Der Hausmeister sagt durch die Sprechanlage, dass es ein Paar Stunden dauern könnte. Die zwei Männer haben sich nur angeguckt.
Nach ein paar Stunden zusammen eingesperrt, haben Desmond und Darnell viel über sich selbst erzählt. Plötzlich ist die Tür aufgegangen. Desmond und Darnell waren endlich frei. Darnell sagt, „Wir werden beste Freunde sein, Desmond, ich mag dich.“ Desmond lächelt nur, er fand Darnell sehr sympatisch.
Drei Tage später hat ein Kollege Desmond gefragt, was er gemacht hat, dass innerhalb so kurzen Zeit viele Mitarbeiter ihn nicht mögen können. Desmond soll feige sein, da Darnell im Aufzug alles machen musste, weil Desmond sehr ängstlich war.

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