Tag 8: Die Bewerbung des Antagonisten

Sehr geehrter Herr Winches,
Ich bewerbe mich hiermit um eine Stelle bei ihrer Modezeitschrift ‚Lifestyle-Blog-Journal‘. Bereits als kleines Kind habe ich es geliebt, zu schreiben und ich habe mich außerdem schon immer für Mode interessiert. Mein Vater arbeitet bereits seit einigen Jahren ebenfalls in der Modebranche, genau wie meine Mutter, die Expertin für Dresscodes ist und viele Prominente berät. Meine ältere Schwester hat vor einem halben Jahr ein Buch über Mode veröffentlicht, für dessen Fotos ich Modell gestanden habe.
Ich möchte ein ähnliches Ziel wie meine Eltern erreichen und Artikel, in denen ich die Leser über die neusten und beliebtesten Outfits aufkläre, für Sie schreiben. Da ich schon seit über fünf Jahren für die Schulzeitung schreibe und mich auch sehr für Klatsch und Tratsch interessiere, denke ich, dass ich keine schlechte Wahl für den Posten wäre. Es würde mir sehr entgegenkommen, wenn Sie mich für die Stelle in Betracht nehmen und mich zu einem Bewerbungsgespräch einladen würden, damit ich Ihnen meine Ziele und Talente näherbringen kann.
Mit freundlichen Grüßen,
Bianca Tatjana Corraface

Tag 8: Die Bewerbung des Antagonisten

Wow, sein erster echter Job. Hoffentlich bekommt John die Stelle (Ich nenne einfach erstmal alle Charactere John). Und dann auch noch in einem Gebiet, dass er liebt. Die Jagd. Wenn John diese ganzen kleinen Kinder mit ihren Pupsstreichen sieht, langweilt er sich zu Tode. Er mag lieber die gute alte Jagd auf das Licht. Das Risiko, dass damit einhergeht. Schon sein Vater war ein Lichtjäger und brachte ihm von klein auf die wichtigsten Techniken bei. Denn auch wenn das Licht so viel Stärker ist, kann man es, wenn man geschickt ist erwischen. Und ausgerechnet jetzt hat „Jumping AG“ diese Stelle ausgeschrieben. Es ist ein langes Bewerbungsverfahren… Aber er könnte berühmt werden und seine Familie stolz machen. Also mal ab ans schreiben:

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit bewerbe ich mich für die von ihnen ausgeschriebene Stelle als Jumper. Schon mein Vater war ein Jumper, er kann diese Job aufgrund seines hohen Alters leider nicht mehr erledigen. Und nun möchte ich in seine Fußstapfen treten. Wie sie meiner Karte entnehmen können habe ich gerade meine Schulausbildung abgeschlossen und habe vor allem in Sport und Streichen exzellente Noten. Ich weiß durchaus, dass ich noch sehr jung bin, aber ich habe alles von meinem Vater gelernt, was ich brauche. Daher bitte ich Sie jeglich darum, mir eine Chance zu geben, um mich persönlich bei Ihnen vorzustellen. Ich habe diesen Brief dreimal Korrektur gelesen, dass sollte ihnen doch zeigen, wie wichtig mir dieser Job ist!
Und außerdem kann ich hervorragend die Schattenflöte spielen, was immer für ein entspanntes Arbeitsklima sorgt.

Mit freundlichen Grüßen,
John

Ich stelle mir John als einen Jungen wilden vor, der noch nicht weiß, was er vom Leben will. Er ist sehr geschickt, aber nicht sehr gebildet oder klug. Dafür aber ein großartiger Stratege. Um ein echter Bösewicht zu sein müsste er sich in der Geschichte stark weiterentwickeln (von hier aus) oder er wird zum Antihelden. Mal guggen.

Tag 8: Die Bewerbung des Antagonisten

Selbstsicher steht er vor mir und grinst mich an. „Ich soll MICH bewerben? Ist das ihr ernst?“ sein Grinsen wird eine Spur breiter. „Wissen sie eigentlich mit wem sie gerade sprechen? Scheinbar nicht, denn ICH habe es ganz sicher nicht nötig mich zu bewerben. Mir gehört diese gottverdammte Stadt, Fräulein. Und zwar ALLES darin. Auch ihr Arsch..“ er steht lässig vor mir und sieht mit seinen dunklen, glänzenden Augen auf mich herab. Ich fühle mich seltsam schwach und unwohl in seiner Nähe, er ist mächtig, ich spüre das er mehr ist als er zu sein scheint.
Trotzdem fühle ich mich auch irgendwie von ihm angezogen. Wieso muss dieser Kerl nur so gut aussehen?
„Also für die Akten, Mäuschen“ raunt er mir zu und ich trete augenblicklich einen kleinen Schritt vor ihm zurück. „ICH habe es nicht nötig mich zu bewerben. Und nun bringen sie mir ein glas Champagner, ansonsten werden SIE sich neubewerben müssen!“

Tag 8: Die Bewerbung des Antagonisten

Selbstsicher steht er vor mir und grinst mich an. „Ich soll MICH bewerben? Ist das ihr ernst?“ sein Grinsen wird eine Spur breiter. „Wissen sie eigentlich mit wem sie gerade sprechen? Scheinbar nicht, denn ICH habe es ganz sicher nicht nötig mich zu bewerben. Mir gehört diese gottverdammte Stadt, Fräulein. Und zwar ALLES darin. Auch ihr Arsch..“ er steht lässig vor mir und sieht mit seinen dunklen, glänzenden Augen auf mich herab. Ich fühle mich seltsam schwach und unwohl in seiner Nähe, er ist mächtig, ich spüre das er mehr ist als er zu sein scheint.
Trotzdem fühle ich mich auch irgendwie von ihm angezogen. Wieso muss dieser Kerl nur so gut aussehen?
„Also für die Akten, Mäuschen“ raunt er mir zu und ich trete augenblicklich einen kleinen Schritt vor ihm zurück. „ICH habe es nicht nötig mich zu bewerben. Und nun bringen sie mir ein glas Champagner, ansonsten werden SIE sich neubewerben müssen!“

Tag 8: Die Bewerbung des Antagonisten

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich interessiere mich für Ihr Stellenangebot als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Schlaflabor der Universität. Seit meinem Studium in Neurowissenschaften und Psychologie arbeite ich intensiv mit bildgebenden Verfahren. Schwerpunkttechnisch setze ich mich mit luziden Träumen auseinander und verfüge über hohes technisches und praktisches Wissen in diesem Bereich. Mein aktuelles Projekt ist die Übertragung von Hirninhalten zwischen Personen.
Ich denke, dass ich Ihre Forschung mit meiner Erfahrung bereichern könnte.

Mit freundlichen Grüßen
Mike F.

Tag 8: Die Bewerbung des Antagonisten

Am Schalter saß eine gelangweilte Frau, die kurz zu mir aufblickte und mich fragte, was ich wollte.
„Mein Name ist Lilith Amato. Ihr Vorgesetzter hat mir einen Termin für ein Bewerbungsgespräch gegeben“, antwortete ich kühl. Meine Zeit war zu wertvoll, um sie an dieser demotivierten Sekretärin zu verschwenden. Sie tippte etwas auf ihren PC ein und suchte nach etwas. Erst jetzt sah ich, dass die Frau so aussah, als könnte sie drei Tage Schlaf gebrauchen und tat mir ein Stück weit leid. Aber naja, was hätte ich schon machen können?
„Okay, einfach die Treppe hoch und zum Ende des Ganges gehen.“
Ich bedankte mich, nahm meine Tasche wieder auf und machte mich auf dem Weg. Beinahe war ich so nervös wie bei einem echten Bewerbungsgespräch, was mich gleichzeitig verwunderte und belustigte. „Reine Routine“ hatte er gesagt. Wenn ich seine Unterstützung haben wollte, brauchte ich auch die seiner Kollegen. Ich war mir sicher, dass es ein Leichtes sein würde, schließlich war ich mehr als qualifiziert.
Ich klopfte und öffnete nach einem „Herein!“ die Tür und trat in einen sterilen Raum, in dem ein langer Tisch stand. Hinter ihm saßen drei Figuren – mein zukünftiger Geschäftspartner, ein älterer Mann und eine junge, ernste Frau. Alle drei blickten mich an und mein Partner, welcher in der Mitte der anderen beiden saß, stand auf um mich zu begrüßen. Ich erwiderte die Begrüßung und schüttelte allen drein fest die Hand und setzte mich gegenüber meines Partners.
Wir wechselten ein paar Worte und das „Bewerbungsgespräch“ begann. Ich kramte in meiner Tasche und reichte dem Mann rechts von mir meine Mappe.
Er sah wie ein gutmütiger Mensch aus, stellte ich fest. Als er die Seiten durchblätterte, nickte er zwischendurch. Er gab die Mappe weiter an meinen Partner, der sie kurz durchflog und sie schließlich der Frau gab. Sie sah am ernsten aus, während sie konzentriert und genau durchblätterte. Diesen Moment nutze ich aus, um flink in meine Tasche zu greifen und ich holte heimlich einen kleinen Brief der Organisation hervor, welchen ich unter den Tisch fallen ließ. Schließlich war dies eine perfekte Gelegenheit, um meinen Partner über die neusten Handlungen der Organisation zu informieren. Der Mann in der Mitte ließ „versehentlich“ einen seiner Stifte fallen, bückte sich unter den Tisch und sackte den Brief heimlich ein. Als die Frau fertig mit dem Lesen meiner Mappe war, blickte sie zu mir auf. Ihr strenger Blick durchbohrte mich förmlich. Ich mochte sie. Sie sah wie jemand aus, der das Problem beim Schopf fasst.
„Ihre Unterlagen sehen nicht schlecht aus“, stellte sie mit kalter Stimme fest. „Im Gegenteil!“, fügte der ältere Herr freudig hinzu und lächelte mich an. Die Frau sah sichtlich genervt von ihrem älteren Kollegen aus, was mich fast zum Lachen brachte, als ich die beiden sehr gegenteiligen Personen betrachtete – die eine kalt und ernst, der andere warmherzig und gelassen.
„Nun gut, Frau Amato. Wir werden uns beraten“, führte die Frau schließlich fort. Es kam mir so vor, als wäre sie die heimliche Leiterin, da die anderen beiden sie gespannt anguckten.
„…aber wir werden uns auf jeden Fall bei Ihnen melden.“
Sie stand auf und die anderen beiden machten es ihr gleich. Wieder schüttelte ich einem nach dem anderen die Hand, wobei die Frau wieder den festesten Händedruck hatte. Ich hoffte, dass der Vorstand sich früher oder später der Organisation anschließen würde, denn schließlich sahen doch alle drei wie sehr fähige, kompetente Menschen aus. Aber das lag nicht mehr in meiner Hand. Ich blickte ein letztes Mal auf den Mann in der Mitte, welcher mir ein selbstbewusstes Grinsen entgegnete. Ich fühlte, dass die Organisation auf ihrer Mission heute ein riesiges Stück weiterkam.
Bald würde ich mein Ziel erreichen. Veleda sollte sich vorsehen.

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